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Monica Scilipoti
Kunstpolitik zwischen den Kaiserstädten
Richard Schöne und Rudolf Eitelberger von Edelberg : ihre grenz
überschreitende
Zusammenarbeit
und
ihre
Vorbilder
(1872–1885)
Die Nachricht von dem hinscheiden Ihres verehrten Herrn Gemahls hat auch in der Ferne
Alle, die ihm je im Leben näher getreten sind und sein begeistertes und aufopferndes Wirken
haben kennen lernen können auf das Schmerzlichste getroffen. Wir alle, die […] in der Kunst-
und Kunstgewerbe-Verwaltung stehen, waren gewohnt auf ihn als auf den erfahrensten Lehrer
und Rathgeber […] zu blicken, welcher mit herzlichem Antheil alle ernsten und tüchtigen
Bestrebungen verfolgte und sie unermüdlich zu fördern bereit war.
Wir werden […] auf lange die Lücke auf das Schmerzlichste empfinden, welche sein Hin-
scheiden im Kreise derjenigen gerissen hat, denen die praktische Pflege der Kunst und des
Kunstgewerbes und die Förderung der Kunstforschung anvertraut ist.1
Mit diesen Worten wandte sich Richard Schöne (1840–1922), der mittlerweile seit
knapp sieben Jahren2 die Geschicke der Berliner Museen als Generaldirektor leitete,
an Jeanette von Eitelberger wenige Tage nach dem Tod ihres Mannes. In der Tat war
Rudolf von Eitelberger besonders in den 1870er Jahren eine Vorbildfigur für Schöne
gewesen, der im Alter von 32 Jahren seiner Tätigkeit als Kunstreferent Preußens auf-
nahm. In dieser Stellung sah er sich von Anfang an mit mehreren Aufgabenbereichen
konfrontiert, die auf österreichischer Seite schon seit Langem im Fokus des Interesses
Eitelbergers standen.
Ausgehend von dem persönlichen Kontakt zwischen den beiden Gelehrten wird im
Folgenden der Kulturtransfer, der sich damals zwischen Preußen und Österreich auf
1 Brief von Richard Schöne an Jeanette von Eitelberger vom 21.04.1885 im Zentralarchiv der Staat-
lichen Museen zu Berlin (im Folgenden kurz »SMB-ZA«), I/GV
0009, Bd.
1.
2 Offiziell im Amt erst ab 1880, stellvertretend schon ab 1878 (kommissarisch 1879). Im preußischen
Dienst ab Ende 1872 als Kunstreferent im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medi-
zinal-Angelegenheiten. Zuvor als außerordentlicher Archäologieprofessor in Halle an der Saale
tätig, wo er 1869 den Lehrstuhl von Alexander Conze übernommen hatte, als dieser nach Wien
wechselte. Vgl. G. Platz-Horster, Schöne, Richard Curt Theophilus, in : Neue Deutsche Biogra-
phie, 23, 2007, S. 403 f. [Onlinefassung], http://www.deutschebiographie.de/pnd119512718.html
[25.11.2017] ; L. Pallat, Richard Schöne. Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin. Ein
Beitrag zur Geschichte der Preussischen Kunstverwaltung 1872–1905, Berlin 1959, S.
38–52.
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Titel
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Untertitel
- Netzwerker der Kunstwelt
- Autoren
- Julia Rüdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 562
- Kategorie
- Biographien