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Biographien
Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
Seite - 345 -
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Kunstpolitik zwischen den Kaiserstädten 345 war in Dresden als Hofrat in der Generaldirektion der königlichen Sammlungen für Wissenschaften und Künste in ähnlicher Funktion tätig gewesen, wie Schöne in Berlin und Eitelberger in Wien.7 Zahn hatte 1871 die Holbein-Ausstellung und das damit verbundene Symposium zur Klärung des sogenannten Holbein-Streites mitorganisiert, das als Keimzelle des zwei Jahre später im Rahmen der Wiener Weltausstellung von 1873 stattfindenden ersten internationalen kunstwissenschaftlichen Kongresses angese- hen werden kann.8 Bei dem von Eitelberger geleiteten Kongress hatte Richard Schöne in Vertretung des abwesenden Direktors der Berliner Gemäldegalerie, Julius Meyer, das Amt des Vizepräsidenten übernommen. In Wien hatte man also von Anfang an bewusst den Schulterschluss mit Berlin gesucht, um die im Kongress anzustoßenden Neuerun- gen auf internationaler Ebene kraftvoller umsetzen zu können.9 Ab diesem Zeitpunkt stand Eitelberger dem jüngeren Kollegen sehr offen und hilfsbereit gegenüber und be- lieferte ihn oft aus freien Stücken mit Publikationen oder Akten sowie eigenen Vorträ- 7 Albert v. Zahn an Eitelberger am 26.11.1870, Wienbibliothek im Rathaus (im Folgenden kurz »WBR«), H.I.N.  51.668. In den wenigen Briefen, die aus dem Briefwechsel zwischen Zahn und Eitelberger erhalten sind, erwähnt Zahn mehrmals Richard Schöne. Insbesondere 1873, einige Mo- nate vor dem kunstwissenschaftlichen Kongress und Zahns plötzlichem Tod teilte er Eitelberger mit, dass er die ihm ebenfalls angebotene Stelle als Kunstreferent Preußens abgelehnt hatte, weil er u. a. von Schönes Eignung für den Posten überzeugt war. Diese Äußerung mag Eitelberger positiv auf eine künftige Zusammenarbeit mit Richard Schöne gestimmt haben. Vgl. Zahn an Eitelberger am 24.01.1873 (WBR, H.I.N.  22.090). Einige Briefe von Zahn wurde ediert in A. Dobslaw, Die Wiener »Quellenschriften« und ihr Herausgeber Rudolf Eitelberger von Edelberg. Kunstgeschichte und Quellenforschung im 19.  Jahrhundert (Wiener Schriften zur Kunstgeschichte und Denkmal- pflege, Bd.  1), Berlin/München 2009, Anhang  B, S.  312–316, hier insbesondere S.  313 und S.  316. 8 Die enge Verbindung zwischen dem Holbein-Symposium und dem ersten kunstwissenschaftlichen Kongress wurde bereits von den Organisatoren des kunstwissenschaftlichen Kongresses festge- stellt : Mittheilungen des k. k. Österr. Museums für Kunst und Industrie, 8, 1873, 94, S.  400. Über den Holbein-Streit zuletzt O. Bätschmann, Der Holbein-Streit 1871. Publikum, Kunsthistori- ker, Künstler, in : Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 74, 2017, H. 1, S.  37–54. 9 Julius Meyer (1830–1893) hatte trotz mehrmaliger Aufforderung von Seiten Moritz Thausings (1838–1884) und Eitelbergers letztlich aus Gesundheitsproblemen die Teilnahme und die damit verbundene Leitung als Vizepräsident abgelehnt. Auch Meyers damaliger Assistent Wilhelm von Bode (1845–1929) war gesundheitlich angeschlagen und nahm deswegen nicht am Kongress teil. Aus den Berliner Kreisen wurde auch der Kunsthistoriker Herman Grimm (1828–1901) eingeladen, der der Veranstaltung aber ebenfalls fernblieb. Vgl. Julius Meyer an Richard Schöne am 18.08.1873 in der Staatsbibliothek zu Berlin (StaBi), Nl.  248, K.  8 und am 01.09.1873 in SMB-ZA  IV/NL Meyer  526 sowie Schönes Antwort vom 23.08.1873 in SMB-ZA  IV/NL Meyer  429. Zu Bodes Abwesenheit vgl. Bodes Briefe an Richard Schöne vom 23.08.1873 und vom 20.09.1873 (StaBi Berlin, Nl.  248, K.  11). Zu Grimms Absage vgl. Herman Grimm an Richard Schöne am 12.08.1873 (Privatbesitz).
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Titel
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Untertitel
Netzwerker der Kunstwelt
Autoren
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
562
Kategorie
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg