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348 Monica Scilipoti
direktoren Wilhelm von Bode und Friedrich Lippmann – einen zweiten Versuch star-
tete, schaffte es Schöne, die Entwicklung der neu zu gründenden Berliner Zeitschrift
in einem bis dahin fehlenden Veröffentlichungsorgan der Berliner Museen münden zu
lassen. Dies erfolgte nicht nur, wie Pallat berichtet, aus Finanzierungsgründen, weil die
preußischen Subventionen der in Wien redigierten Zeitschrift vermeintlich keine Gel-
der für ähnliche Projekte zuließen, sondern hauptsächlich, weil Schöne das Repertorium
nicht durch eine konkurrierende Publikation gefährden wollte.18
Dass aber Eitelberger bei all den gemeinsamen Projekten die eigentlich treibende
Kraft blieb, zeigte sich besonders in der wiederkehrenden Ratlosigkeit Schönes, als
sich dessen Gesundheitsprobleme bemerkbar machten und ihn zeitweise zwangen, die
Agenda des Kongresses beiseitezulegen. So zum Beispiel, als Eitelberger im Frühjahr
1875 das Präsidium des Kongresses niederlegte und Schöne sich deswegen, in Abspra-
che mit Alfred Woltmann und anderen Gelehrten, für eine Verschiebung der nächsten
Tagung auf unbestimmte Zeit aussprach, anstatt sie mit ihnen in Berlin einige Monate
später durchzuführen, wie ursprünglich vorgesehen.19
Ein Vorbild für die Kunstpolitik in Preußen : die Reform der Kaiserlichen Königlichen
Akademie der Bildenden Künste in Wien des Jahres 1872
Der Reorganisation der Kunstakademien kam in jenen Jahren aus kunstpolitischer
Sicht große Bedeutung zu. In Österreich hatte sich Eitelberger schon 1848 mit seiner
Streitschrift Die Reform des Kunstunterrichtes und Professor Waldmüllers Lehrmethode in-
nerhalb der Debatte um die Wiener Akademie positioniert.20 Deren lange und nicht
18 Pallat, Richard Schöne (zit. Anm. 2), S. 152 f. sowie Hermann Grimm an Schöne am 09.05.
[1879] (Privatbesitz). Der gemeinsame Antrag vom 17.03.1879 zur Gründung einer Berliner kunst-
geschichtlichen Zeitschrift befindet sich im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (im
Folgenden kurz »GStA PK«), I.
HA Rep.
76 Ve Sekt.
15 Abt.
I Nr.
27 Bd.
1.
19 Vgl. Briefe von Rudolf Eitelberger an Richard Schöne vom 21.10.1874 und 13.11.1874 (Privatbe-
sitz) sowie Briefe von Richard Schöne an Rudolf Eitelberger vom 18.11.1874 und vom 10.05.1875,
WBR, H.I.N. 21.663 und H.I.N. 21.664. Eitelberger, Die Resultate (zit. Anm. 11), S. 46. Der
zweite Kongress sollte letztlich erst 1893 stattfinden, vgl. G. Schmidt, Die internationalen Kon-
gresse für Kunstgeschichte, in : Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, 36, 1983, S.
7–15, hier S.
13.
20 T. von Borodajkewycz, Aus der Frühzeit der Wiener Schule der Kunstgeschichte. Rudolf Eitel-
berger und Leo Thun, in : Festschrift für Hans Sedlmayr (hg. von K. Oettinger/M. Rassem),
München 1962, S. 321–348, hier S. 329 ; R. Eitelberger von Edelberg, Ueber den Unterricht
an Kunst-Akademien (Eine Streitschrift aus den Jahren 1847/48), in : ders., Oesterreichische
Kunst-Institute und kunstgewerbliche Zeitfragen (Gesammelte kunsthistorische Schriften von
Rudolf Eitelberger von Edelberg, II), Wien 1879, S. 20–52. Für diesen Aufsatz beziehe ich mich
Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Titel
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Untertitel
- Netzwerker der Kunstwelt
- Autoren
- Julia Rüdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 562
- Kategorie
- Biographien