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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
Seite - 350 -
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350 Monica Scilipoti mehrere Künstler und Mitglieder der Akademie sowie Kunstgelehrte und Direktoren unterschiedlicher Berliner Kunsteinrichtungen auf, durch Gutachten ihre Vorschläge über die Reorganisation zu unterbreiten. Bis zur Verabschiedung des provisorischen Statutes von 1875 fanden Beratungssitzungen und mehrere Debatten im Abgeordne- tenhaus statt. Diese Abläufe sowie einige Schwerpunkte des damaligen Reformdiskur- ses sind u. a. schon von Ludwig Pallat und zuletzt im breiteren Rahmen von Ekkehard Mai geschildert worden.25 Bislang von der Forschung unbeachtet geblieben ist aber Ri- chard Schönes Versuch, sich an die seit 1872 in Wien neugeschaffenen Strukturen an- zulehnen, um die Berliner Akademie nach dem Wiener Vorbild zu reformieren. Im Juni 1874 hatte sich Schöne bei Eitelberger über den Etat der einzelnen Einrichtungen der Wiener Akademie informiert und sich deren Statuten zukommen lassen.26 Die Wiener Akademie war zu diesem Zeitpunkt in eine sogenannte allgemeine Künstlerschule (die aus einer allgemeinen Maler- und einer allgemeinen Bildhauerschule bestand) und mehrere weiterführende Specialschulen unterteilt, die entsprechend den Hauptfächern der Hochschule in Malerei, höhere Bildhauerei, Architektur, Kupferste- cherei, Graveur- und Medailleurkunst aufgeteilt waren. Zu den Specialschulen wurde man in der Regel erst nach dem abgeschlossenen Studium an der allgemeinen Kunst- schule zugelassen. In den unterschiedlichen Schriften, in denen sich Eitelberger über die neuen Statuten der Wiener Akademie äußerte, kamen vor allem folgende Ver- änderungen zur Sprache : An allererster Stelle stand die grundlegende Änderung des Status der Akademie, die mit dem neuen Statut von 1872 die Funktion einer Kunst- behörde verloren hatte. Aus Eitelbergers Sicht war es nicht möglich, dass eine Lehran- stalt gleichzeitig auch als Kunstbehörde agierte. Auch der Kunsthistoriker und damalige Leiter der Bibliothek der Wiener Kunstakademie Carl von Lützow bezeichnete einen solchen Zustand als anachronistisch, da die Kunst inzwischen zu den Aufgabenberei- chen der mittlerweile bestehenden Unterrichtsministerien gehörte. Hiermit wurde eine klare Trennungslinie gezogen und die Deutungshoheit über die Kunstpolitik allein dem 25 Pallat, Richard Schöne (zit. Anm.  2), S.  53–70 ; Mai, Die deutschen Kunstakademien (zit. Anm.  21), insbesondere S.  279–293. Zu den zu Rate gezogenen Gutachtern gehörten u. a. die Kunsthistoriker Carl Schnaase, Julius Meyer und Herman Grimm, der Direktor der Berliner Bau- akademie Richard Lucae und der Direktor der Berliner Kunst- und Gewerkschule Martin Gropius sowie mehrere Künstler, wie zum Beispiel die Gebrüder Begas, Anton von Werner, Georg Bleibtreu und Louis Sußmann-Hellborn. Allerdings nicht Rudolf Virchow, wie Mai, ebenda, S.  283 f. be- hauptet. Virchow äußerte sich gleichwohl über die Thematik im Rahmen der Debatten des Ab- geordnetenhauses. Die relevantesten Akten befinden sich im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz sowie im Archiv der Akademie der Künste in Berlin. 26 Schöne an Eitelberger am 11.06.1874 (WBR, H.I.N.  21.662) sowie Eitelberger an Schöne am 20.06.1874 (Privatbesitz). Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Titel
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Untertitel
Netzwerker der Kunstwelt
Autoren
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
562
Kategorie
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg