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430 Elisabeth Ziemer
terium stellte doch Geld für Geschäftsbedarf, Reisen und bald auch für Publikationen
bereit. In Preußen wurde fast zeitgleich die Commission zur Erforschung und Erhaltung
der Kunstdenkmäler vom König auf ein Memorandum des Kultusministers hin – der
(absichtlich ?) nur auf Frankreich und Belgien verwies
– am 12.
Januar 1853 genehmigt.
Mitglieder waren der Kultusminister, Kugler, von Quast, Stüler, Olfers und Schnaase.
Einen Fonds lehnte der König ebenso ab wie der Kaiser in Wien. Dagegen akzeptierte
er die Vorlage einer Liste von Bauten, deren Restaurierung jeweils von ihm zu geneh-
migen war. Die Kommission beschloss auf ihrer zweiten Sitzung am 9.
Dezember 1853
den Druck der für die Inventarisation entworfenen Formulare, wie sie Frankreich und
inzwischen auch Österreich ausgegeben hatten, und die Ernennung von Korrespon-
denten.53 In Frankreich existierten sie längst, während man in Österreich die Arbeit
netzartig über Konservatoren und Korrespondenten verteilte. Außerdem sollten die
preußischen Provinzregierungen jährliche Listen über notwendige Restaurierungen
einsenden. Da es jedoch weder eine Eingliederung von Quasts noch der Kommission in
die Verwaltung gab, daher auch keine unterstützende Büroorganisation und weiterhin
keine Fonds, stellte die Kommission damit ihre Arbeit ein.
Die Central-Commission reizte ihre größeren finanziellen und organisatorischen
Möglichkeiten hingegen voll zum Aufbau der Kunsttopografie aus. Schon im Sommer
1853 sandte sie Eitelberger und Architekt Joseph Hieser (1823–1867) zur Erforschung
von Denkmälern nach Ungarn, die sie im Sommer 1854 vertieften. Bereits im Januar
1855 konnte Eitelberger im Kunstblatt die Bestellung von Konservatoren in den Kron-
ländern melden. Er beklagte jedoch, dass das Ausland so wenig Notiz von dem inzwi-
schen gesammelten Material nehme, das zudem durch den ersten Forschungsbericht
des Wiener Alterthumsvereins Ende 1854 angereichert worden sei.54
Diese Kritik zielte auch auf die Berliner, denn Eitelberger hatte Eggers schon im
Jahr zuvor eine Abbildung des Portals von »St. Ják« in Ungarn mit der Bemerkung zu-
gesandt :
Ich und Architekt Hieser haben diese herrliche Kirche, bisher ganz unbekan[n]t aufgenom[m]
en u besitzen genaue Zeichnungen in folio u Messungen. […] Wenn ich Zeit habe, gebe ich
Ihnen über Bauten Ungarn’s […] Bericht. An Kugler u Schnaase hätte ich gerne über die Já-
cker Kirche geschrieben, fürchtete ich nicht, diesen Herren lästig zu fallen.55
53 Am 15.08.1854 ernannte der Kultusminister 42
Korrespondenten.
54 Kunstblatt, 6, Nr.
3, 18.01.1855, S.
22–24, »Die Archäologie in Oesterreich in den Jahren 1853 und
1854 und der Alterthumsverein in Wien«, anonym.
55 Eitelberger an Eggers, o.
O. (Wien), 11.05.1854.
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Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Titel
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Untertitel
- Netzwerker der Kunstwelt
- Autoren
- Julia Rüdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 562
- Kategorie
- Biographien