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434 Elisabeth Ziemer
Es waren nicht nur die Fülle und Breite der neuen Forschungen, die die deutschen
Kollegen mit Erstaunen zur Kenntnis nahmen, es war auch die »Eleganz« und »No-
blesse« der Ausstattung. Die Reichhaltigkeit an Abbildungen wurde als mustergültig
empfunden und nicht nur Lübke, auch das Kunstblatt übernahm sie.68
»Nur rüstig so fortgefahren !«, schrieb Lübke an Weiß über die Mittheilungen, meinte
aber auch ihre Zusammenarbeit : »Nord und Süd, Ost und West im großen deutschen
Vaterlande reicht sich immer mehr die Hand, und ich sehe schon das Netz der archäol.
Forschung sich immer dichter und mannichfaltiger allerwärts verbreiten und veräs-
teln.«69
Im Oktober 1856 dankte Lübke Weiß für die Übersendung weiterer Hefte der Mit-
theilungen und des Jahrbuches, auch für die Rezension seiner Geschichte der Architektur.
Heider hatte das Handbuch wärmstens empfohlen und seinerseits die zahlreichen Il-
lustrationen hervorgehoben.70 Lübke versprach im Gegenzug, die »trefflichen Gaben
aus Oesterreich sorgfältiger zu prüfen und weiterhin bei uns einheimisch zu machen«.71
Dieses Versprechen löste er 1857 mit der Besprechung der 2. und 3.
Lieferung der Mit-
telalterlichen Kunstdenkmäler ein : »Gern sprechen wir es aus, daß diese Publikation, in
gleicher Weise fortgesetzt, sich an Gediegenheit den besten unsrer derartigen Arbeiten
gleichstellen, an Pracht der Ausstattung die meisten überbieten wird.«72 (Abb.
8)
Im Juni 1857 bat Lübke Weiß um Clichés von Holzstichen, die in den Mittheilungen
und im Jahrbuch abgedruckt worden waren und Kirchen in Prag, Krakau, Zsámbék, Lé-
beny und Ják zeigten, um sie für die zweite Auflage seiner Geschichte der Architektur zu
nutzen.73 Weiß schickte ihm daraufhin 15 Originalholzstöcke zu.74 Nach Erscheinen
kaufte die Central-Commission 130
Exemplare zur Verteilung an.75
Inzwischen hatte Weiß Lübke auch um Mitarbeit an den Mittheilungen gebeten. Der
sagte zu :
68 Eine Abbildung vom Portal der Kirche St.
Ják wurde z. B. im Kunstblatt, 8, Nr.
41, 08.10.1857, nach
S.
358 zur Rezension Lübkes zur 2. und 3.
Lieferung der Mittelalterlichen Kunstdenkmale abgedruckt.
69 Lübke an Weiß, Berlin, 25.07.1856.
70 G. Heider, Rezension von W. Lübke, Geschichte der Architectur von den ältesten Zeiten bis zur
Gegenwart, Leipzig 1855, in : Rezension Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erfor-
schung und Erhaltung der Baudenkmale, 1, 1856, S.
187.
71 Lübke an Weiß, Berlin, 09.10.1856.
72 W. Lübke, Rezension : Mittelalterliche Kunstdenkmale des österreichischen Kaiserstaates, 2. und 3.
Lieferung, in : Deutsches Kunstblatt, 8, 08.10.1857, S. 359 f.
73 Lübke an Weiß, Berlin, 25.06.1857. Die zweite Auflage erschien 1858 bereits mit 418
Holzstichen.
74 Für diese bedankte sich Lübke mit Brief aus Berlin vom 31.01.1858.
75 Frodl, Idee (zit. Anm.
44), S.
135.
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Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Titel
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Untertitel
- Netzwerker der Kunstwelt
- Autoren
- Julia Rüdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 562
- Kategorie
- Biographien