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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
Seite - 442 -
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442 Josef Folnesics handelte das Studium der Antike. Schon damals strebte er eine Docentur über Kunst- geschichte an der Universität an, ein Wunsch, der jedoch nach verschiedenen vorberei- tenden Zwischenstufen erst 1852 durch seine Ernennung zum außerordentlichen Pro- fessor an der Wiener Universität in Erfüllung ging. Es war dies die erste Professur für dieses Fach in Oesterreich. E. hatte inzwischen an der Akademie der bildenden Künste kunsthistorische Vorträge gehalten, ein Jahr lang in Italien Kunststudien betrieben und Studienreisen nach Paris und London unternommen. Nach seiner Ernennung zum a.  o. Professor folgten zwölf Jahre angestrengter wissenschaftlicher und litterarischer Thä- tigkeit, die ihm rasch im Kreise seiner Fachgenossen einen Namen machten und weit über diesen hinaus Ehre und Anerkennung eintrugen. In diese Zeit fällt auch seine Vermählung mit Pauline Lederer, die ihm indeß bereits nach wenigen Jahren durch den Tod entrissen wurde. 1858 gab E. im Vereine mit Gustav Heider das zweibändige Werk »Mittelalterliche Kunstdenkmale des österreichischen Kaiserstaates« heraus und 1861 erschienen »Die mittelalterlichen Kunstdenkmale Dalmatiens«. Diese Publicationen standen im engsten Zusammenhange mit einer Institution, die für die österreichische Kunstforschung von größter Bedeutung war, und die E. zu ihren Mitbegründern zählte : der »k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale«. So- wohl das Jahrbuch wie die Mittheilungen dieses Institutes, an dessen Spitze der mit E. innigst befreundete spätere Sectionschef im Unterrichtsministeriune G. Heider stand, hatten von 1856 an in E. ihren eifrigsten Mitarbeiter. Daneben fanden die Vorlesungen an der Universität ihren ungestörten Fortgang und erstreckten sich über das gesammte Gebiet der Kunstgeschichte mit Ausnahme des damals gering geschätzten 18.  Jahrhun- derts, wogegen die Geschichte der italienischen Malerei den breitesten Raum einnahm. Namen von bestem Klange, wie Thausing, Janitschek, Wickhoff finden sich unter seinen Schülern. Ein dem Leben und der Gegenwart abgekehrtes, in Stille und Zurückgezogenheit dahinfließendes Gelehrtendasein entsprach aber keineswegs dem nach praktischer Be- thätigung dürstenden, den Idealen der Gegenwart zugewendeten [736]  Geiste Eitel- berger’s. Er war durchdrungen von der Bedeutung, die ein einsichtsvolles und ener- gisches Eingreifen in das Kunstleben der Kaiserstadt wie der gesammten Monarchie haben konnte, und verband damit den Feuereifer, die Energie und den weiten Blick, die eine wirksame Thätigkeit auf diesem Culturgebiete zur Voraussetzung haben. Der reine Patriotismus, von dem dieses Streben durchglüht war, erweckte ihm Vertrauen bis in die höchsten Kreise und warb ihm aller Orten Helfer und Freunde. Mit den Briefen über die moderne Kunst Frankreichs, die E. anläßlich der Pariser Weltausstellung von 1855 schrieb, und von denen J. v. Falke sagt, daß sie wohl das beste waren, was bis dahin über die französische Kunst unseres Jahrhunderts geschrieben worden, griff er bereits mit sicherer Hand in das Kunstleben der Gegenwart und versäumte nicht, wie es stets Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Titel
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Untertitel
Netzwerker der Kunstwelt
Autoren
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
562
Kategorie
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg