Seite - 154 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 1
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diesen Fluß mündete, dem alten Travcnne ge-
genüber. Auf der linken Seite erheben sich senkrecht
Felsen bis zu einer schwindelnden Höhe, wo Adler
horsten, ein menschlicher Fuß aber kaum hingelan-
gen konnte. Hier beschloß die Gräfinn aus dem L'o-
segelde Balduins ein Trutz-Trier zubauen. Auf
die Felsenwand selbst wurden nun die Gebäude ge-
setzt, und unterirdische Verbmbungsgänge durch
Stein bis hinab ins Thal gebrochen, die man jetzt
noch eine Strecke in die Eingeweide der Erde ver-
folgen kann.
So entstand eine der festesten Burgen Deutsch-
lands. Vormahls nannte man sie die Frauen-
burg ; das jetzige Geschlecht nennt ihre noch übri-
gen Trümmex die Grä f inn bürg, und am Fuße
des Burgberges entstand die Stadt Trarbach.
Die Gräfinn und ihre Nachkommen residirten ab-
wechselnd in S ta rkenburg und auf der Frau-
rg. Nach manchem überstandenen Kampfe
endlich die Frauenburg im Jahre 1734
von den Franzosen gesprengt.
Seit dieser Zeit liegt sie in Trümmern, das
Gerüll ihrer Mauern und Felswände deckt die ganze
Vergseite hinab bis zur Mosel, und die Sage spricht,
der Erbauerinn Geist wandle noch Nachts in den
alten Ruinen, und seufze über die Vernichtung ih-
res Werkes.
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 1
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 1
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 8.82 x 14.39 cm
- Seiten
- 202
- Schlagwörter
- Sagen, Legenden, Märchen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918