Seite - 178 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 1
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Und wo die Sparren sich verbinden,
Da steckt der Strauß, ein Spiel den Winden.
Die Bänder weh'n vom Tannenstrauß
So lustig lockend weit hinaus.
Den Burgweg strömt das Volk hinan;
Sie hörten gern den Spruch mit an.
Der Bauherr kommt von Lorsch geritten,
Abt Diemo in der Brüder Mitten.
Es ist ein Fest für Jung und Alt,
Und alles nach Burg Windeck wallt;
Es nahen Herrn und Edelfrau'n,
D^s Festes Lust mit anzuschau'n.
Und was vermag der Hof zu fassen.
Wird freundlich auch Hereingelaffen.
Der Knabe steigt zum Thurm hinaus;
Jetzt steht er an dem Tannenstrauß,
Und als das Volk erwartend schweigt.
Er drey Mahl sich bescheiden neigt,
Beginnet laut und ohne Zagen,
Den frommen Zimmerspruch zu sagen.
Und drauf er mit dem Becher winkt.
Den er aufs Wohl der Bauherrn trinkt.
Man schenkt den Becher wieder voll.
»Dem Ritter, der hier wohnen soll!
»Dem Kloster sey er Schutz und Wehre,
„Dem Ritterstande Ruhm und Ehre!"
Die Bänder flattern um den Strauß,
Der Wind reißt manches mit hinaus.
Der Knabe sieht's und bey sich spricht:
«Nimm alle, nur das eine nicht;
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 1
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 1
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 8.82 x 14.39 cm
- Seiten
- 202
- Schlagwörter
- Sagen, Legenden, Märchen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918