Seite - 146 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
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Minna von Horneck,
" o d e r
die Sage vom Minneberg *).
Auf der hohen Neckarburg Hornberg, wo
einst die heilige Notburga in ihrem stillen Kämmer-
lein zwischen der Welt und ihrem frommen Glau-
ben schwankte, wohnte bald nach ihr eine andere
Zierde ihres Geschlechts, Minna von Horneck.
Ein Graf von Schwarzenberg, reich und angesehen
Vor allen Rittern der Gegend, warb um des hol-
den Frauleins Hand, und nicht vermochte Minna's
Vater, dessen einziges Kind sie war, einen so hoch-
geehrten Eidam auszuschlagen.
M i n n a'H Hcrz und Diebe gehörten aber längst
dem Ritter Ede lmuth , der zwar arm an Gütern,
aber desto reicher an männlicher Tugend war«. Einst
Hatte ihn ein Turnier auf Hornberg gerufen,
und die Jungfrau, welche ihm als Sieger den Preis
gereicht, hatte ftin Herz gewonnen. Des Ritters
Schönheit und gute Eigenschaften verschafften ihm
bald Gegenliebe. Doch der. Liebe Glück war von
kurzer Dauer, denn auch in dieses einsame Thal
drang der Ruf zur Eroberung des heiligen Grabes,
und E d e lm u th säumte nicht, ihm zu folgen. Dem
Die Sage scheint von der bekannten, und vielfäl-
tig bearbeiteten Legende der heiligen Notburga (wor-
über bey Gottschalck, sechster Band der Abschnitt.
Hornberg nachzusehen ist) abzustammen-.
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 2
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.85 x 28.96 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918