Seite - 158 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
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Wer die sanfte I rmengard gesehen hatte, dem
ging das Herz auf in Vertrauen unk Liebe. Dieß
widerfuhr auch dem jungen Ritter Kuno von
S a y n , den einmahl ein Geschäft auf die Felsen-
burg Falkenstein führte. Ihr freundliches Auge
und ihre freundlichen Worte steckten schnell sein Herz
in Brand, und als er wieder aus dem Vurgthor
ging, sagte er zu sich selbst: Ich will um ihre
Hand werben.
I n dieser Absicht machte er, nach einigen Ta-
gen, einen zweiten Besuch auf Falken st ein.
Der Burgherr empfing ihn kklt. Sie standen in ei-
nem Bogenfenster, und sahen hinaus in die weite,
herrliche Gegend. — Keine Burg liegt so schön, wie
die eurige, sagte Kuno; aber der Weg herauf ist
gar zu beschwerlich.
Es hat euch doch niemand gezwungen, ihn zu
gchen, versetzte der alte Falkensteiner, mit spi-
tziger Unfreundlichkeit.
Wohl hat mein Herz mich gezwungen, erwi-
derte Kuno. Eure I rmengard gefällt mir, und
ich bin gekommen, von euch ihre Hand zu begehren.
Herr Kuno, sagte der Alte mit einem boshaf-
ter Lächeln, Ihr sollt meine Tochter haben; jedoch
unter einer Bedingung.
Ich gehe sie im voraus ein, rief der verliebte
Jüngling.
Da sprach der alte Ritter:
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 2
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.85 x 28.96 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918