Seite - 159 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
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" Ihr kennt ja den schmalen Steg,
Kaum breit für einzelne Rosse;
Den sollt Ihr mir bahnen zum offenen Weg
Bequem zur Fahrt nach dem Schlosse.
Kann alles in heutiger Nacht geschehen,
Dann will ich die Tochter <5uch zugestehen."
Kuno stutzte über das ungeheure Begehren;
da er aber verliebt war, so schien ihm die Ausfüh-
rung nicht unmöglich. Er ging nach Hause und rief
feinen alten, treuen Steiger, dem er den Fall vor-
trug. Der aber schüttelte den Kopf und sagte: Ich
kenne das verwünschte Felsennest; und wenn Ihr
dreihundert Bergknappen hinstellt, so bringen sie
das Werk nicht in sechs Nachten zu Stande, ge-
schweige denn in einer.
Kuno setzte sich hierauf in traurlgen Gedan-
ken am Eingange seines Schachtes nieder, und saß
noch da, als schon der Abendnebel auf den Waldwiesen
emporstieg. Indem er zufällig die Augen erhob,
sah er vor sich >?
Ein winziges Männchen von seltener Art,
In dunkler Kutte, mit weißem Bart.
Ritter von Sapn, sagte der Berggeist, ich habe
gehört, was du mit deinem Steiger gesprochen.
Das ist zwar ein ehrlicher Mann, aber das Hand-
werk versteh' ich besser.
Wer bist du? fragte Kuno. Das Bergmänn-
chen aber antwortete:
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 2
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.85 x 28.96 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918