Seite - 174 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
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Raubschlösser ausgezeichnet, und Nürnb erg's be-
waffnete Mannschaft in der Reinigung der Landstra-
ßen kräftigst unterstützt, so, daß die Umgebung der
reichsten StadtFrankens auch die sicherste wurde.
Ließ der Kampf mit den menschlichen Räubern nach,
fo erglühte er mit den wilden Thieren. Allein Hir-
ten, Bauern und Zeidlern *) waren I o h an n und
S i e g m u n d als gewaltige Jäger bekannt, und in's
dankbare Herz geschrieben. Ihren Werth als solche
zeigten sie besonders zu Anfang des Herbstes 1264.
Ungeheure Verwüstungen, von zahllosen Wöl-
fen in den Dörfern des Fichtelgcbirges ange-
richtet, hatten seiner Bewohner Geduld endlich er-
müdet, daß sie diese ungebethenen Gäste ihr mensch-
liches Hausrecht fühlen ließen. Mehrere hundert
Wölfe hatten sich vor den Spießen und Pfeilen der
kräftigen Fich telberger auf das offene Gebieth
des Burggrafenthums N ürnberg geflüchtet, und
machten vorzüglich den Seba lder und Lorenzer
Wald unsicher. Kein Tag verging ohne die Kunde
eines von Wölfen verübten Mcnschenmordes. Die
gräßlichste Geschichte aber ward am dritten Tage
vor Michaelis bekannt.
An diesem Tage ging ein Zeidlee mit seinem
Weibe nach Nürnberg , um seine Honigstcuer ab-
zutragen. Da ihr Häuschen in einer Einöde stand,
so konnten sie keinem Nachbarn die Obhuth empfeh-
Honigbauern.
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 2
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 2
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.85 x 28.96 cm
- Seiten
- 206
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918