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auch klüger als der Löwe, darum wollen wir aber
doch jenen nicht über diesen stellen.
H einr i ch's Augen leuchteten bep diesen Wor-
ten der Pfalzgräfinn, und er hatte ihr mögen die
Handdrücken. Sie bemerkte wohl, daß etwas in
ihm vorging, wußte es aber nicht zu deuten; doch
Verweilte iHr Auge forschend cmf seiner Gestalt.
Es ist seltsam, fing sie nach einer Weile an,
es ist seltsam, wie die Sachen in der WÄt gehen,
und man muß wohl bcp den meisten Ereignissen im
menschlichen Loben die Wahrheit des Sprichwortes
anerkennen; der Mensch denkt, Gott lenkt. Als ich
mein sechzehntes Jahr erreicht hatte, sollte ich dem.
Vater eures Herrn verlobt werden.
Heinrich's Verlegenheit wuchs bcy dieser
Rede; er fürchtete sich zu verrathen., schützte eine
Uebclkeit vor., und eilte in's Freye hinaus. Die
Pfalzgräfinn und ihre Tochter glaubten an das Vor-
geben., und zeigten sich recht besorgt um den Frem-
den. Der von Gleichen äußerte jedoch, es habe
nichts aZlf sich. Junges Blut kommt gleich in (Nah-
rung, sagte er; ein oder zwey Feldzüge werden es
schon zur Ruhe bringen. Das wilde Brausen und
Stürmen war ehemahls auch in mir, aber das Le-
ben hat mich abgekühlt, und so wird's dem jungen
Gesellen auch gehen.
Die Pfalzgräsinn forschte, auf eine gute Wei-
se, nach der Herkunft ihrer Gaste.
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 3
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.32 x 29.0 cm
- Seiten
- 204
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918