Seite - 154 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
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gen. Vielleicht seht ihr jetzt m mir nur den Wel-
fen, den Feind der Hohenstaufen; aber ich
schwöre es Hey dem Gott, der uns sieht und hört,
der erste Blick in die Augen der holdseligen Agnes
hat mein Herz mit so viel Liebe erfüllt, daß für
den Haß kein Raum mehr darin ist.
Unter diesem Dache wird die Gastfreundschaft
nicht verletzt; und am wenigsten an euch^ entgeg-
nete die Grafinn, und reichte ihm die Hand.
Möchte der Pfalzgraf auch so gesinnt seyn,
seufzte Heinrich; dann ward' ich ihn bitten, mich
zum Eidam anzunehmen.
Die Grafinn besann sich ein Weile, und er-
griff alsdann seine Hand.. Ich sollte eurem Vater
zu Theil werden, sagte sie, aber ich sehe sehr wohl,
der Himmel hat unsere Kinder für einander bestimmt.
Kommt mit mir!
Sie führte ihn hierauf in das Gemach ihrer
Tochter, die bcym Anblick des schonen Pilgrims
zusammen schrack, und sich kaum zu fassen wußte.
Agnes! sagte die Mutter, rathe cinmahl,
wer hier vor dir steht?—Es ist Heinrich von
Braun schweig, der um deine Hand wirbt!
Liebe Mutter, lispelte Agnes, ich will das
mit euch bedenken! Sie warf bep diesen Worten
einen schüchternen Blick auf den Jüngling, und
barg dann ihr glühendes Antlitz am Buscn der
Mutter. .
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 3
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.32 x 29.0 cm
- Seiten
- 204
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918