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He int ich entfernte sich jetzt, denk er fühlte
wohl, daß feine Gegenwart in diesem Augenblick
für die Jungfrau drückend sep. Er ging in den Vurg-
garten, und mochte wohl einige Stunden da auf-
und abgewandelt sepn, als ihm die Mfalzgräsinn
das ersehnte Jawort brachte. Veyde überlegten nun,
was ferner zu thun sepn möchte, den Pfalzgrafcn
zu gewinnen, und sie kamen überein: Heinr ich
sollte nach zwey Tagen Staleck verlassen, und heim
nach Brau nsch w eig ziehen, und dort Bothschaft
erwarten, wie Konrad die Sache aufgenommen.
Auf S taleck sollte unterdessen Alles noch ein tie-
fes Geheimniß bleiben.
Die bepden Tage der ersten Liebe gingen für
Agnes und Heinrich gar schnell vorüber. —
Die Mutter hatte ihre Handein einander gelegt,
und sie gesegnet, und Heinrich hatte den Schwur
gcthan, Agnesen treu zubleiben und sie als seine
Gattin zu betrachten, auch wenn das Schicksal ihn
auf immer von ihr trennen würde. Der Abschied
war schmerzlich, doch besaß die Jungfrau Muth
und Entschlossenheit. Alles um Liebe! dieß sep un-
ser Denkspruch. Mit diesen Worten reichte sie ihm
die Hand zum letzten Lebewohl. Alles um Liebe!
crwiederte Heinrich, drückte die Verlobte noch
e'mmahl an sein Herz, und eilte dann an den Rhein
hinab, wo die Gefährten seiner warteten.
Der Vorgang war indessen aufStaleck nicht
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 3
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.32 x 29.0 cm
- Seiten
- 204
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918