Seite - 156 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
Bild der Seite - 156 -
Text der Seite - 156 -
— i56 —
ganz so geheim geblieben, und als Pfalzgraf K on-
T.a d einige Tage nachher zurück kam, erfuhr er bald,
was die Gemahlinn und Tochter ihm noch hatten
verbergen wollen. Er stellte sich jedoch, als wäre
ihm nicht das Mindeste zu Ohren gekommen. Viel-
mehr schien er weit aufgeräumter als sonst, so zwar,
daß es diePfalzgräfinn für ein gutes Zeichen nahm,
und bcp der ersten besten Gelegenheit die Rede auf
den Braunschwciger brachte. Konrad wußte
sie schlau bcp dem Gegenstände festzuhalten, und
sie ergoß sich zuletzt ganz unverhohlen in das Lob
des jungen Welsen.
Der Pfalzgraf versetzte lachend: Am Ende hat-
test du wohl Lust, ihm unsere Agnes zum Weib
zu geben? — Dieß sagend, entfernte er sich, ohne
die Antwort abzuwarten. Die Pfalzgräfinn war
recht froh, daß er die Sache nicht schlimm aufge-
nommen, eilte alsbald zu ihrer Tochter, und gab
ihr Nachricht von der Unterredung.
Vielleicht wenn er selbst käme, sagte Agnes,
halb hoffend, halb ängstlich.
Die Mutter fand den Gedanken vortrefflich, und
es wurde beschlossen, dem Braunschweiger
Bothschaft zuschicken, und ihn einzuladen, sobald
als möglich auf Staleck einzutreffen.
Etwas abwärts von Staleck, noch am rech-
ten Rheinufer, ragte ein breiter Fels aus dem Strom
mit einer Fischerhütte. Die Pfalzgräsinn hatte diese
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 3
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.32 x 29.0 cm
- Seiten
- 204
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918