Seite - 189 - in Ruinen - oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
Bild der Seite - 189 -
Text der Seite - 189 -
i n z e n b u r g.
(Am Harze im Hildesheimischen.)
Es wankt der Zinnen leßter Rest,
Es grünt das Gras auf jeder Scharte,
Und unter Tannen baut sein Nest
Der Habicht auf der Felstnwarte.
(A. Schreiber.)
AmH a r z e, bcpm bekannten fabelhaftenR o.ß-
trap , liegt auf einer steilen Bergkuppe Win zen-
burg's Trümmerhaufen. Mit Mühe muß man sich
durch Dorngesträuch und Gebüsch empor winden,
um die fast ganz mit Erde, Steingeröll und Moos
bedeckten Reste des Schlosses zu erreichen. Indes-
sen entschädigt die Aussicht für die bepm Besteigen
des Berges erduldeten Beschwerden. Sie ist herr-
lich, und biethet eine Mischung vom Schönen und
Schrecklichen dar; die hohen, schwarzbewaldeten
Vrockengebirge, tiefe Abgründe mit bemoosten Wän-
den und schäumenden Gußbächen, dann rings um-
her wilde Felsgruppsn und ungeformte Massen,
die gleichsam noch des großen Meisters Hand erwar-
ten, um eine Gestalt zu bekommen. Moos, Heide
und Hcidelbeerkraut bedeckt die Oberstäche des spar-
samen Mauerwerks. Eine schauerliche Stille ruht
auf dieser Einsamkeit, nur zuweilen von dem grel-
len Geschrey eines Waldvogels unterbrochen.
Diese Burg hat nicht lange bestanden, denn
Ruinen
oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen, Band 3
- Titel
- Ruinen
- Untertitel
- oder Taschenbuch zur Geschichte verfallener Ritterburgen und Schlösser nebst ihren Sagen, Legenden und Mährchen
- Band
- 3
- Autor
- Gerhard Dützele von Coeckelberghe
- Verlag
- Lechner, Univ.-Buchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1834
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 17.32 x 29.0 cm
- Seiten
- 204
- Schlagwörter
- Märchen, Legenden, Sagen
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918