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Schöne Wissenschaften - Sammeln, Ordnen und Präsentieren im josephinischen Wien
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30 Elisabeth Hassmann Die Hofkammer in Münz- und Bergwesen verlangte aber vehement einen gedruck- ten Katalog zum Naturalienkabinett, da „allen Kennern und jedermann sowohl Inn- als Ausländern in die Augen leichtender Haupt-Mangel dero so prächtigen und rei- chen Naturalien Cabinets darinnen bestehet, daß bis dato davon kein Catalog vorhan- den ist. Jeder Kenner beklagt diesen Mangel um so mehr, als es bey dem blossen Anschauen des Cabinets unmöglich ist, daß alle Seltenheiten in die Augen fallen sol- ten, wenn man nicht vorher durch die Überlesung eines Catalogs sich davon unter- richten“ könne. Außerdem sei der Katalog „nicht allein zum Splendeur“ des Kabinetts erforderlich, sondern werde auch benötigt, um „die zur Vollständigkeit noch abgängi- gen Stücke bekannt“ zu machen, die „sonach beygeschafft werden können“.32 Im März 1775 gab der Präsident der Hofkammer in Münz- und Bergwesen Franz Graf von Kolowrat-Novohradský sein Gutachten zu Baillous „so benanten Inventaire resonée concernant la Mineralogie“ ab. Es seien darin „weder eine denen mineralogi- schen Wissenschaften angemässene systematische Abtheilung zu erkennen, und noch dazu solche Dinge angebracht […], so der gelehrten Welt allzuviel Gelegenheit zu gegründeten Ausstellungen geben würde“. Dieser „zur Belehrung des Publici“ bestimmte Katalog werde dem Urteil „der Gelehrten und besonders der in diesem Fach der Natur-Geschichte sehr weit gekommenen auswärtigen Akademien der Wissenschaften“ nicht standhalten. Nach Ansicht Kolowrats gebe es „keinen geschick- tern […] als den Herrn Berg Rath und Professorem Cimiae v. Jaquin“, der „ein solches zum grösten Ruhm dieser kayß. Residenz-Stadt gereichendes und schon so lang von allen inn- und ausländischen Gelehrten erwünschtes Werk verfertigen“ könne.33 Born soll als externer Fachmann den Katalog zum Naturalienkabinett erstellen Entgegen diesem Rat wurde die Arbeit jedoch nicht Nikolaus Joseph von Jacquin übertragen, sondern über ein Jahr lang bis zum Oktober 1776 weiterhin Baillou belas- sen. Parallel dazu hatte Maria Theresia, offenbar über Vermittlung von Oberstkämme- rer Franz Graf Rosenberg, dem Mineralogen und Bergrat zu Prag Ignaz von Born den Auftrag zur „Beschreibung“ des Naturalienkabinetts zugesagt. Born übersiedelte darauf hin samt Familie mit großem Kostenaufwand von Böhmen nach Wien und war Anfang Juni 1776 bereit, mit der Arbeit zu beginnen, hatte jedoch noch kein Versiche- rungsdekret erhalten.34 Vermutlich im Juli 1776 übergab Rosenberg „das von dem Baron Baillou schon größten theils verfertigte Naturalien-Cabinets-Inventarium“ dem Propst des Theresianums, damit dieser „mit Zuziehung einiger hiesigen Gelehr- ten in diesem Fach die eigent liche Beschaffenheit des in Frage befangenden Inventarii genau untersuchen“ könne.35 Dieses leider nicht erhaltene Gutachten ergab, dass die 32 Vortrag der Hofkammer in Münz- und Bergwesen an Maria Theresia vom 16.  Dezember 1774; Zimmermann 1903, Nr.  19401; Hassmann 2015, Nr.  30. 33 Vortrag an Obersthofmeister Khevenhüller-Metsch vom 16.  März 1775; Hassmann 2015, Nr.  39. 34 Undatierte eigenhändige Supplikation Borns; ebenda, Nr.  59. 35 Vortrag Rosenbergs vom 1.  August 1776 zu einer undatierten Supplikation Borns; ebenda, Nr.  55.
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Schöne Wissenschaften Sammeln, Ordnen und Präsentieren im josephinischen Wien
Titel
Schöne Wissenschaften
Untertitel
Sammeln, Ordnen und Präsentieren im josephinischen Wien
Autor
Nora Fischer
Herausgeber
Anna Mader-Kratky
Verlag
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8642-7
Abmessungen
20.9 x 29.3 cm
Seiten
306
Kategorie
Kunst und Kultur
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