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114 ATUG, Rektoratsakte 692 ex 1918, Schreiben vom 14. 5. 1918.
115 ATUG, Rektoratsakte 929 ex 1918, Schreiben vom 27. 6. 1918.
116 ATUG, Rektoratsakte 1708 ex 1918, Schreiben vom 26. 11. 1918.
117 Vorlesungsverzeichnisse der TH Graz und Linzer Tagespost, Nr. 187/1927, 19. 8., S. 4.
118 ATUG, Rektoratsakte 1629 ex 1914, Schreiben vom 6. 12. und vom 8. 12.1914.
119 ATUG, Personenstandsblatt Eduard Parker.
eine militärische Kommandierung zu den Kriegskursen war nach Mitteilung
des Kriegs-Ministeriums aus militärischen Gründen ebenso untunlich.114 Die
Enthebung von Erich Knapitsch und Julius Kriso bis Ende Juli 1918 wurde vom
Kriegsministerium mit 27. Juni 1918 bewilligt,115 kam für das Sommersemester
1918 also ebenso viel zu spät.
Erst mit Ende November 1918 begann sich die Lage in der Lehre langsam
wieder zu normalisieren. Alle im Kriegsdienst stehenden Assistenten wurden
noch im November auf unbestimmte Zeit vom Militärdienst befreit, und an-
dere kamen von der Front nach Graz zurück. So teilte zum Beispiel Theodor
Schenkel am 26. November 1918 dem verehrlichen Rektorat der Technischen
Hochschule schriftlich mit: Vom Felde nach längerem Rückzuge zurückge-
kehrt, melde ich mein Eintreffen hierorts und stehe ich dem verehrlichen Rek-
torate in jeder Beziehung zur Verfügung. 116
Schenkel wirkte ab dem Jahr 1918 wieder in seiner angestammten Stellung
als Honorardozent für Enzyklopädie der Ingenieur-Wissenschaften und wurde
1927 zum a. o. Professor für Wasserbau ernannt. Er verstarb allerdings bereits
am 17. August 1927 in Graz-Gösting.117
Der Lektor für englische Sprache an der Grazer Karl-Franzens-Universität, Edu-
ard Parker, war mit Ministerialerlass vom 7. März 1913, Zahl 7151 auch zum
Lehrer der englischen Sprache an der Technischen Hochschule in Graz ernannt
worden. Als nun am 24. November 1914 ein Erlass des Ministers für Kultus
und Unterricht zur Bekanntgabe jener Lehrenden erging, die aus einem Staat
stammten, der sich mit der Monarchie im Kriegszustand befand, wurde Parker
natürlich genannt. Rektor Peithner von Lichtenfels führte am 8. Dezember
1914 zu Eduard Parker aus:
Herr Parker hält derzeit den ihm übertragenen englischen Sprachunterricht
nicht ab. Seine Supplierung ist unnötig, einerseits, weil der bezeichnete Unter-
richt kein Pflichtkollegium bildet, andererseits, da sich nur 3 Hörer für diesen
Unterricht gemeldet haben.
Hinsichtlich der Haltung Parkers während der Zeit seines hierortigen Wirkens
kann Nachteiliges nicht gesagt werden.118
Parker hatte am 22. Oktober 1889 in Benares, Nordindien, das Licht der Welt
erblickt und von 1907 bis 1912 an der Universität Birmingham studiert.119 Nach
dem Jahr 1915 verlieren sich seine Spuren an der Technischen Hochschule in
Graz, im November dieses Jahres hielt er sich jedenfalls bereits sicher in Eng-
land auf. Da er seine Ausreise dem Rektorat allerdings nicht pflichtgemäß ge-
meldet hatte, und seine Lehrveranstaltung daher in das Programm des Jahres
1915/1916 aufgenommen worden war, behielt sich das Rektorat vor, nach Ausländische Lehrende
„ In diesen schweren Tagen“
Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
- Titel
- „ In diesen schweren Tagen“
- Untertitel
- Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
- Autor
- Bernhard Reismann
- Herausgeber
- Technische Universität Graz
- Verlag
- Verlag der Technischen Universität Graz
- Ort
- Graz
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-85125-627-7
- Abmessungen
- 20.0 x 25.0 cm
- Seiten
- 334
- Schlagwörter
- Forschungseinrichtung, Universität, Bildung, Krieg, Forschung, TU Graz
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918