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ATUG, Rektoratsakte 586 ex 1915, Schreiben vom 18. 7. 1915.
126 ATUG, Rektoratsakte 771 ex 1915, Schreiben des Rektorats vom 1. 9. 1915 und Rektoratsakte
808 ex 1915, Schreiben des Militärkommandos Graz vom 12. 9. 1915.
127 ATUG, Rektoratsakte 854 ex 1915, Schreiben vom 9. 10. 1915.
128 ATUG, Rektoratsakte 428 ex 1916, Schereiben vom 19. 5. 1916.
Cerny, Postuvanschitz und Tornquist wurden daraufhin mit Zuschrift des
k. u. k. Militärkommandos Graz vom 17. Juli 1915 tatsächlich bis auf Weiteres
vom Landsturmdienst enthoben. Alle drei hatten aber zur seinerzeitigen
Musterung zu erscheinen.125
Hans Paul, der nicht gedient hatte und erst am 2. Dezember 1914 zum o.
Professor für Wasserbau an der Technischen Hochschule ernannt worden war,
wurde bei der Musterung am 10. August 1915 tatsächlich als zum Landsturm-
dienst mit der Waffe geeignet befunden, und nun war es am 1. September
1915 am Rektorat, um seine Enthebung zu ersuchen, da er als Vorstand der
Lehrkanzel für Wasserbau der einzige Vertreter dieser Disziplin an der Tech-
nischen Hochschule war und sein Assistent bereits seit Kriegsbeginn im Feld
stand. Damit sei eine Fortführung des Unterrichtes in diesem Fach nicht mehr
möglich, wurde bekanntgegeben. Zwölf Tage später war auch Hans Paul bis
auf Weiteres vom Militärdienst enthoben.126
Rudolf Schüßler wiederum war von seiner Militärdienstleistung im Oktober
1915 bereits dermaßen in Anspruch genommen, dass er seine Vorlesungen
und Übungen im Studienjahr 1915/1916 nicht mehr halten konnte. Nun er-
suchte das Rektorat am 9. Oktober 1915 das Militärkommando 3 in Graz um
seine Enthebung, da sonst der Unterricht in seinen Fächern zu sistieren ge-
wesen wäre.127 Erst mit 19. Mai 1916 wurde Schüssler dann tatsächlich auf
drei Monate, bis 20. August 1916, vom Dienst enthoben.128 Später folgte seine
gänzliche Enthebung, und so bekleidete er im Studienjahr 1918/1919 auch das
Amt des Rektors unserer Hochschule und leitete sie auch durch die bewegten
Tage des Umbruches im Oktober und November 1918.
Von mehreren Lehrenden der Technischen Hochschule in Graz liegen detaillierte
Informationen über ihre militärische Tätigkeit während des Ersten Weltkrieges
vor. Diese darzustellen ist eine gute Möglichkeit, einen Überblick darüber zu
geben, wie die personellen und intellektuellen Ressourcen der Hochschule
von der Militärverwaltung auch in diesem Segment der Kriegsdienstleistung
genutzt wurden. Dabei überwogen im Fall der Grazer Technischen Hochschule
vor allem die Tätigkeiten im Hochbau-, Seilbahn- und Bahnbaubereich sowie in
der Fernmeldetechnik.
Assistent Viktor Bobek vom Lehrstuhl für Darstellende Geometrie rückte nach
seiner freiwilligen Assentierung am 1. Februar 1915 als Einjährig-Freiwilliger
zum Ersatzbataillon des Eisenbahnregimentes in Korneuburg ein, legte im Juni
1915 die Offiziersprüfung ab und wurde als Kadett der Reserve Ende August
1915 zu einem Seilbahnbaudetachement an der Dolomitenfront beordert, wo
„ In diesen schweren Tagen“
Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
- Titel
- „ In diesen schweren Tagen“
- Untertitel
- Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
- Autor
- Bernhard Reismann
- Herausgeber
- Technische Universität Graz
- Verlag
- Verlag der Technischen Universität Graz
- Ort
- Graz
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-85125-627-7
- Abmessungen
- 20.0 x 25.0 cm
- Seiten
- 334
- Schlagwörter
- Forschungseinrichtung, Universität, Bildung, Krieg, Forschung, TU Graz
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918