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„ In diesen schweren Tagen“ - Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Seite - 136 -
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136 Offiziell wurde vom Ministerium für Kultus und Unterricht erstmals mittels Schreiben vom 12. Juli 1915 um die Überlassung von Kupfer aus den Bestän- den der Technischen Hochschule angesucht. Darin wurde auf die ungeahn- ten Anforderungen, welche der gegenwärtige, nunmehr fast ein Jahr hindurch währende beispiellose Kampf an die Kriegsverwaltung hinsichtlich der Muniti- onserzeugung stellt hingewiesen. Der Rektor sollte sich daher in streng ver- traulicher Weise mit den Institutsvorständen und Laboratoriumsleitern ins Einvernehmen setzen, um die Aufnahme sämtlicher in den dortigen Instituten und Laboratorien vorfindlichen, für die Aufrechterhaltung des Unterrichtsbe- triebes nicht gerade unumgänglich notwendigen Kupferbestände vorzuneh- men und das Ergebnis ehestens anher bekannt zu geben. Selbst kleine, an und für sich unbedeutende Kupfermengen und Mengen kupferhältiger Legierun- gen waren für diesen Zweck von der Aufnahme nicht auszunehmen.270 Große Mengen an Kupfer und kupferhältigem Material kamen nach der Kontaktie- rung der einzelnen Lehrkanzelvorstände an der Technischen Hochschule in Graz allerdings nicht zustande. Bezeichnend war etwa das Schreiben des Vor- stands der Lehrkanzel für Wasserbau, Professor Hans Paul, an das Rektorat vom 19. Juli 1915. Er führte aus, dass die im Hydrotechnischen Laboratorium vorhandenen Gegenstände sich vor allem auf Kupferrohre bezogen, die aber nicht ersetzt werden konnten. Weiters bemerkte er: Aus reinem Kupfer besteht nur der Mantel eines Gaggenauerschen Warm- wasserbereiters. Dieser Apparat wurde erst kürzlich um den Betrag von 106 K angekauft und müßte zerstört werden, um die geringe Menge des im sehr dünnwandigen Mantel des kleinen Apparates enthaltene Kupfer zu gewinnen. Ein gleichwertiger Ersatz dieses Mantels durch einen solchen aus anderem Metalle wäre gleichfalls nicht tunlich.271 Die Lehrkanzel für Anorganisch-chemische Technologie listete in diesem Zusammengang 32,467 Kilogramm Kupfer auf, Professor Fritz Emich gab für die Lehrkanzel der Chemie 300 Kilogramm an Kupfergegenständen an, die al- lerdings nur gegen Ersatz des Metallwertes abgegeben werden könnten, da man die abgegebenen Geräte sofort durch andere ersetzen müsse. Ähnliches berichtete Professor Rudolf Andreasch. Professor Friedrich Reinitzer vom Botanischen Institut erachtete 36,32 Kilogramm Kupfer und 4,13 Kilogramm Messing als entbehrlich, und Professor Albert von Ettingshausen meldete für die Lehrkanzel für Physik und Elektrotechnik 50 Kilogramm entbehrliches Kup- fer, zumeist in Form von alten Drähten, Litzen, Kabelstücken und Teilen von Dynamo-Stabwicklungen. Oberbaurat Franz Drobny fand an der Lehrkanzel für Hochbau nur ein Kupferseil samt Haken im Gewicht von 125 Gramm, das er abgeben konnte.272 270 ATUG, Rektoratsakte 573 ex 1915, Schreiben vom 12. 7. 1915. 271 ATUG, Rektoratsakte 599 ex 1915, Schreiben vom 19. 7. 1915. 272 ATUG, Rektoratsakten 576, 578, 580, 591, 595, 601, 602, 604, 607 und 1609 ex 1915, Schreiben vom 15. 7. bis 21. 7. 1915 (Sammelakte).
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„ In diesen schweren Tagen“ Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Titel
„ In diesen schweren Tagen“
Untertitel
Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Autor
Bernhard Reismann
Herausgeber
Technische Universität Graz
Verlag
Verlag der Technischen Universität Graz
Ort
Graz
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-85125-627-7
Abmessungen
20.0 x 25.0 cm
Seiten
334
Schlagwörter
Forschungseinrichtung, Universität, Bildung, Krieg, Forschung, TU Graz
Kategorien
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