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„ In diesen schweren Tagen“ - Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Seite - 183 -
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183 Im Grunde verhielt es sich auch an der Technischen Hochschule in Graz nicht anders. Am 12. November 1914 langte im Rektorat der Hochschule ein Schrei- ben des Ministers für Kultus und Unterricht ein, in dem er das Rektorat dazu aufforderte, Kriegsanleihen zu zeichnen. Darin hieß es nach einer patheti- schen Einleitung, die den Sieg im Krieg beschwor, unter anderem: Alle Kräfte auf dieses eine Ziel zu vereinigen, ist heute die verantwortungs- vollste Pflicht der Regierung. Zu den wichtigsten hieraus erfließenden Aufga- ben gehört die Bereitstellung der finanziellen Mittel für die Fortführung des Kampfes. Zur Aufbringung dieser Mittel ist die Emission einer Kriegsanleihe in Aussicht genommen, um andere wirtschaftlich einschneidende Maßnahmen zu vermeiden. … Die Bedingungen, unter welchen die Kriegsanleihe angeboten wird, werden überdies solche sein, daß deren Erwerbung - auch abgesehen von allen Erwägungen des allgemeinen Interesses - sich als eine außergewöhnlich günstige Anlage darstellen wird. Die österreichischen Rektorate wurden in diesem Schreiben weiters dazu aufgefordert, sich mit ihren Stiftungskapitalien an der Kriegsanleihe zu betei- ligen. Und das Schreiben schloss mit den Worten: Schließlich möchte ich ersu- chen, auch an die Mitglieder der Professoren- beziehungsweise Lehrer-Kollegi- en und die Beamtenschaft einen Apell wegen Beteiligung an der Subskription der Kriegsanleihe zu richten. Das kam mehr oder minder einer vom Ministerium anbefohlene Ausplünde- rung der gut dotierten Stiftungsfonds der Technischen Hochschule gleich, wie sie Juliane Mikoletzky auch für die Fonds der Technischen Hochschule in Wien konstatierte.314 Bereits am 15. November 1914 verfasste Rektor Oskar Peith- ner von Lichtenfels daraufhin ein diesbezügliches Schreiben an die Professo- ren und Beamten der Grazer Technischen Hochschule.315 Aber auch den Studenten selbst wurde die Zeichnung von Kriegsanleihen von der Statthalterei bereits im November 1914 zur unabweisbaren patrioti- schen Pflicht gemacht. Ein entsprechendes Schreiben erging am 16. Novem- ber 1914 an das Rektorat, der beigelegte, gedruckte Aufruf wurde am 19. No- vember am Schwarzen Brett angeschlagen.316 Wie viele Studierende diesem Aufruf tatsächlich nachkamen, ist allerdings nicht überliefert. 314 Juliane MIKOLETZKY: „An der Seite der Heerführer steht der Ingenieur“. Hochschulen, Technik und Krieg 1914-1918 am Beispiel der Technischen Hochschule in Wien. In: Wirtschaft, Technik und das Militär 1914 - 1918. Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg. Herausgegeben von Herbert Matis, Juliane Mikoletzky und Wolfgang Reiter (= Austria: Forschung und Wissenschaft, Geschichte, Band 11), Wien 2014, S. 354. 315 ATUG, Rektoratsakte 1555 ex 1914, Schreiben vom 12. 11. 1914 und vom 15. 11. 1914. 316 ATUG, Rektoratsakte 1573 ex 1914, Schreiben vom 16. 11. 1914.
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„ In diesen schweren Tagen“ Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Titel
„ In diesen schweren Tagen“
Untertitel
Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Autor
Bernhard Reismann
Herausgeber
Technische Universität Graz
Verlag
Verlag der Technischen Universität Graz
Ort
Graz
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-85125-627-7
Abmessungen
20.0 x 25.0 cm
Seiten
334
Schlagwörter
Forschungseinrichtung, Universität, Bildung, Krieg, Forschung, TU Graz
Kategorien
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