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„ In diesen schweren Tagen“ - Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Seite - 203 -
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203 Ein ausführlicher, doch inhaltlich ziemlich geharnischter Brief des inzwischen höchst verärgerten Rektors Drobny erging noch am 2. November 1917 an den k. k. Oberbergrat Adolf Hummel im Arbeitsministerium, in dem sich der Rektor zunächst zwar für dessen Versprechen bedankte, den Auftrag Minister Ho- manns über die sofortige Lieferung von 15 Waggons Kalkgruber Kohle an die Technische Hochschule sofort durchzuführen. Acht Tage später waren aber Werk, Kohlenkommission und Statthalterei in Graz immer noch ohne diesbe- zügliche Nachricht. Und Rektor Drobny legte nun nach, indem er ausführte: Nun ist es aber mittlerweile so kalt geworden, daß der Unterricht in der Hoch- schule ohne Heizung absolut nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Wenn nicht am Montag den 5. d. Mts. Kohlen in ausreichen der Menge kommen, so müs- sen die Hochschule und das in derselben einquartierte Staats-Gymnasium ge- sperrt werden. Es ist für die Hörer bezw. die Gymnasiasten direkt gesundheits- schädlich in den kalten Räumen länger zu verweilen. Auch haben sämtliche Professoren trotz aller warmen Kleidung bereits arge Katarrhe. Bei 8 - 10 Grad Innentemperatur kann man nicht arbeiten… . Diese Zustände sind unhaltbar. Er, Drobny, habe dies auch dem Minister Homann telegrafiert und ersuche Hummel, als Aushilfe bis zur Lieferung durch die Landeskohlenkommission die versprochenen 15 Waggons Kohle sofort telegrafisch beim Werk anzuweisen. Ein ähnlich lautender Brief Drobnys an den Minister verließ Graz am selben Tag.362 Offenbar kämpfte die Karl-Franzens-Universität zur selben Zeit mit genau demselben Problem, denn am 31. Oktober 1917 befahl der Minister für öffent- liche Arbeiten der Direktion der Kohlenwerks Gesellschaft m. b. H. in Graz, an die Hausverwaltung der k. k. Universität sowie an jene der k. k. Technischen Hochschule in Graz einmalig je vier Waggons zusammen somit 8 Waggons im Ladegewichte von je zka. 15,5 Tonnen Hausbrandkohle zu liefern. … Gleich- zeitig ordne ich wegen der besonderen Dringlichkeit ... an, dass die Lieferung unverzüglich, auch vor Vereinbarung des hiefür zu zahlenden Preises, stattzu- finden hat. Die Preisvereinbarung hatte ohnedies das Rektorat der Technischen Hoch- schule mit dem genannten Unternehmen im Nachhinein zu treffen.363 Besten- falls 62 Tonnen Kohle an Stelle der benötigten 800 Tonnen also! Also rund 13% des benötigten Bedarfs. Das reichte nicht einmal aus, um die Hochschule 14 Tage lang zu heizen. Am 4. November 1917 teilte die Statthalterei dem Rektorat mit, dass das Ministerium für öffentliche Arbeiten mit Erlass vom 17. Oktober das Kontin- gent für die staatlichen Behörden, Ämter und Anstalten, Kranken- und Für- sorgeanstalten, die Hochschulen sowie staatlichen Unterrichtsanstalten mit monatlich 4.060 Tonnen festgesetzt hatte. Die Verteilung der Kontingent- 362 ATUG, Rektoratsakte 1053 ex 1917, Schreiben vom 2. 11. 1917. 363 ATUG, Rektoratsakte 1066 ex 1917, Schreiben vom 31. 10. 1917.
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„ In diesen schweren Tagen“ Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Titel
„ In diesen schweren Tagen“
Untertitel
Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
Autor
Bernhard Reismann
Herausgeber
Technische Universität Graz
Verlag
Verlag der Technischen Universität Graz
Ort
Graz
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-85125-627-7
Abmessungen
20.0 x 25.0 cm
Seiten
334
Schlagwörter
Forschungseinrichtung, Universität, Bildung, Krieg, Forschung, TU Graz
Kategorien
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