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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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68 Maddalena Guiotto öffentlich gemacht werden konnte, und sie wandte sich auch gegen die Regie- rung, die diese Vorgehensweisen tolerierte. Wenn auch die Zeitungen und die private Korrespondenz einer strengen Kontrolle und Zensur unterworfen waren, konnten sich die Abgeordneten zumindest im Reichsrat frei äußern. So äußerte sich De Gasperi in seiner Rede am 28. September 1917 bei einer Debatte zu dem Finanzgesetzentwurf und dem vorläufigen Staatshaushalt für das Jahr 1917–1918: Aber diese Tribüne ist die letzte freie Stätte, die uns nach der Unterdrückung jeder bürgerlichen Freiheit zu Hause geblieben ist, und andererseits wäre es schade, der Regierung den Vergleich zwischen den schönen Leitsätzen ihres Programms und der Praxis ihrer Lokal-, Militär- und Verwaltungsbehörden vorzuenthalten.72 Am 4. Oktober 1918 ergriff De Gasperi im Abgeordnetenhaus bei der Debatte zur „Friedensfrage“ das Wort. Er vermied zu deutliche Stellungnahmen und eine endgültige Wahl, konzentrierte sich auf die jüngste Vergangenheit und die Entwicklung im Trentino während des Krieges, wobei er sich daran er- innerte, dass jedes Mal, wenn er sich als Vertreter des Trentino im Reichsrat erhoben hatte, sich sein Gewissen geregt und ihm warnend zugerufen hatte: Wie kannst du hier, indem du von der parlamentarischen Tribüne aus das Wort ergreifst, dir den Anschein geben, als ob du ein freier Vertreter eines freien Volkes wärest, während in der Tat dein Volk in politischer Knechtschaft lebt und du selbst kaum die elementaren Rechte des Bürgers genießt? In Österreich habe man über das Dilemma zwischen politischer Freiheit und Gewaltherrschaft diskutiert, aber es sei Letztere gewesen, die wütete. Es sei absolutistisch regiert worden, während man von Selbstbestimmung gespro- chen habe. Für die Herren der Regierungsbank ist das Selbstbestimmungsrecht höchs- tens eine sich der momentanen Lage anpassende relative Freiheit mit dem 72 Die Rede vom 28. September 1917 in: StPAH, XXII Session, 25. Sitzung 1325–1329; auch auf Italienisch in: De Gasperi, Scritti e discorsi politici, Bd. I/2 1949–1956, hier: 1949–1950 und 1957.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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