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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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107 Francesco Salata und das Österreich der 1930er Jahre vermeiden9. Ferner wurde er Teil der Delegation, die den Vertrag von Rapallo aushandelte, der am 12. November 1920 – wenn auch nur provisorisch – dem italienisch-jugoslawischen Grenzstreit ein Ende setzte10. Aufgrund seiner in dieser schwierigen Phase geleisteten Arbeit entschied Ministerpräsident Gio- litti, auf Veranlassung von Außenminister Sforza, ihn für die Berufung zum Senator des Königreichs vorzuschlagen11. Seine verwaltungspolitische Tätig- keit stützte sich darauf, die Verwaltungsautonomie, welche die habsburgi- sche Regierung diesen Gebieten bis 1918 zugestanden hatte, auch in Italien durchzusetzen. Damit machte er sich aber bei der faschistischen Bewegung und bei Mussolini selbst unbeliebt12. Der Duce forderte „die Zerschlagung jeg- licher Form, auch äußerlicher, die an die österreichisch-ungarische Monar- chie erinnert“. Diese Haltung stand ganz offensichtlich im Kontrast zu der bis dahin verfolgten Linie der Behörde unter der Leitung des istrianischen Senators. Salata hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Treue der in das Königreich eingegliederten deutschen und slawischen Bevölkerung durch die Gewähr- leistung einer gewissen Eigenständigkeit zu gewinnen. Niemand sollte der alten Ordnung des Kaiserreichs nachtrauern. Mussolini – wie auch viele andere lokale und nationale politische Ver- treter Italiens – verwechselte „die grundsätzlich gemäßigte und verantwor- tungsvolle Haltung der Regierungsbehörden [in Rom] mit Schwäche“13. Die 9 Siehe dazu die Aufzeichnungen von Pietro Badoglio, Rivelazione su Fiume (Roma 1946) 130 und Giovanni Giuriati, Con D’Annunzio e Millo in difesa dell’Adriatico (Firenze 1934) 90 f. Die Rekonstruktion der Mission in Riccardi, Francesco Salata 231–246; für eine umfassendere Einführung in die Fiume-Frage in der italienischen Außenpolitik s. Luca Mi- cheletta, Italia e Gran Bretagna nel primo dopoguerra (Roma 1999) 75–81. 10 Riccardi, Francesco Salata 246–271; mehr Details siehe Ders., Le trattative italo-jugos- lave per il Trattato di Rapallo nel diario di Francesco Salata (20 settembre–5 novembre 1920), in: Storia Contemporanea 1 (1996) 129–149; Alessandro Brogi, Il Trattato di Rapallo del 1920 e la politica danubiano-balcanica di Carlo Sforza, in: Storia delle relazioni internazionali 1 (1989) 3–46. 11 Aspekte zur Zusammenarbeit von Salata mit Giolitti und Sforza in Sforza an Giolitti, 13. Juni 1921 in Giovanni Giolitti, Al governo, in Parlamento, nel carteggio, 3 Bde., Bd. III, Il carteggio, T. II (1906–1928), hrsg. von Aldo Alessandro Mola– Aldo Giovanni Ricci (Foggia 2010) 804 f. 12 Benito Mussolini, Scritti e discorsi, vol. II, La Rivoluzione Fascista (23 marzo 1919–28 ottobre 1922) (Palermo 1934) 167; Riccardi, Francesco Salata 207–302; siehe auch Ester Ca- puzzo, Dal nesso asburgico alla sovranità italiana. Legislazione e amministrazione a Trento e a Trieste (1918-1928) (Milano 1992). Eine Aufzeichnung von Salata selbst findet sich in der Dokumentensammlung: Francesco Salata, Per le Nuove Provincie e per l’Italia. Discorsi e scritti con note e documenti (Roma 1922). 13 Mario Toscano, Storia diplomatica della questione dell’Alto Adige (Bari 1968) 97.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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