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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 108 -
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108 Luca Riccardi Gegenüberstellung der beiden politischen Positionen verdeutlichte sich in der expliziten Forderung Mussolinis, den Senator aus der Leitung der Zen- tralbehörde zu entfernen. So sprach der aufgehende Stern am italienischen Polithimmel offen über seine „Absetzung“14. Seine „moderate Tätigkeit“, die darauf ausgerichtet war, „verschiedene Realitäten auszugleichen“15, wurde abgelehnt. Schließlich entschied sich Ministerpräsident Facta dazu, Salata zu entlassen, um dem Ansturm der extremen Rechten auf die liberalen In- stitutionen zuvorzukommen. Ein paar Tage davor war bereits die Abschaf- fung der Zentralbehörde für die neuen italienischen Provinzen angekündigt worden16. 2. Die 1920-er Jahre Mit der Etablierung des Faschismus widmete sich Salata hauptsächlich der Geschichtsforschung. Hinzu kam hin und wieder seine Teilnahme an Parla- mentssitzungen und seine Tätigkeit als Präsident einer Sektion des Staatsrats. Zwischen 1922 und 1923 etablierte er sich als Wissenschaftler, was ihm eine gewisse Bekanntheit verschaffte. Innerhalb von nur wenigen Jahren wandelte er sich zu einem „Intellektuellen des Regimes“17 und wurde Experte für die Geschichte der italienischen Außenpolitik mit Schwerpunkt auf dem Habs- burgerreich und dem Irredentismus18. Seine Studien zeichneten sich durch genaue Archivforschungen aus. Das Wissen, das er vor allem durch öster- 14 Mussolini, Scritti vol. II 171. 15 Ester Capuzzo, Il problema delle annessioni, in: La conferenza di pace di Parigi fra ieri e domani (1919–1920), hrsg. von Antonio Scottà (Soveria Mannelli 2003) 141–154; Zitat auf Seite 150. Siehe auch Marina Cattaruzza, L’Italia e la questione adriatica. Dibattiti parla- mentari e panorama internazionale (1918–1926) (Bologna 2014) 142. 16 Capuzzo, Dal nesso asburgico 126 ff. und Marina Cattaruzza, L’Italia e il confine ori- entale (Bologna 2007) 174 17 Riccardi, Francesco Salata 303–336. 18 Francesco Salata, La Questione Romana e la Triplice Alleanza secondo nuovi docu- menti austro-ungarici, in: Nuova Antologia (1.3.1923) 49–62; Ders., L’Italia e la Triplice se- condo nuovi documenti austro-germanici, in: Le Nuove Provincie 1–3 (1923) 42–75; Ders., Il Manzoni e l’Austria, in: Nuova Antologia (1.12.1923) 3–14; Ders., Napoleone III e Francesco Giuseppe alla pace di Villafranca. Un carteggio inedito, in: Nuova Antologia (16.12.1923) 3–25. Ders., Guglielmo Oberdan. Secondo gli atti del processo. Carteggi diplomatici e altri documenti inediti (Bologna 1924). Letzterem Werk folgte 1932 anlässlich des 50. Jahrestags der Durchführung die Publikation einer Biografie des Irredentisten in der populären Reihe von Mondadori, Le Scie: Ders., Oberdan (Verona 1932).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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