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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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118 Luca Riccardi Das Vorhaben des neuen Bundeskanzlers war schwierig. Die Umgestaltung des österreichischen Staates vom Parlamentarismus zum autoritären Korpo- ratismus sah auch die Berücksichtigung einer Reihe traditioneller Elemente vor – vor allem des Katholizismus. Diese Elemente sollten die ideologische Basis des neuen patriotischen Regimes werden62, Dollfuß und Schuschnigg ersetzten somit „den Nazi-Faschismus durch den klerikalen Faschismus“63. Salatas politische Kontakte in Österreich waren für Rom wichtig und Suvich ließ ihm auf Anweisung Mussolinis 100.000 Lire zur Förderung der relatio- nalen Tätigkeit des Senators überweisen64. Die Unterzeichnung des Kultur- abkommens stärkte Salatas Stellung sowohl in Wien als auch in Rom. Er war überzeugt davon, dass dies ein wichtiger Beitrag dazu war, die Aufmerksamkeit der österreichischen Intellektuellen allmählich von Berlin und München auf Wien zu lenken65. Seine Besprechungen mit Schuschnigg wurden immer häufiger. Da- rüber informierte er jetzt nicht mehr Suvich, sondern direkt Mussolini. Auch der österreichische Kanzler wandte sich sehr bewusst an den persönlichen Berichterstatter des Duces, Salata, der die Gunst des österreichischen Regie- rungschefs genoss. Darin unterschied er sich von Preziosi, dem italienischen Gesandten in Wien, der Starhemberg mehr vertraute und der dessen direkte Verbindung nach Rom war. Zwischen Salata und Preziosi entstand eine Di- chotomie, ein Wettstreit, der nicht selten zu konträren Auslegungen der poli- tischen Situation Österreichs führte. Salata verließ sich beispielsweise mehr auf die Informationen der der ehemaligen christsozialen Partei nahestehen- den Kreise, Preziosi hingegen hielt gerade diese Kamarillen für eine Schwach- stelle im politischen Erneuerungsplan Schuschniggs66. Ein großer Erfolg Salatas waren partielle Verbesserungen in der Spra- chenpolitik in Südtirol, was Mussolini anlässlich seines Treffens mit dem ös- terreichischen Kanzler am 11. Mai 1935 offiziell verkündete67. Schuschnigg 62 Promemoria von Salata, 15. September 1934, Ebd; teilweise auch veröffentlicht in DDI, Serie VII, d.775, nota 2. 63 Braunthal, La tragedia 111. 64 Siehe dazu Suvich an Bocchini, 30. Oktober 1934 und Bocchini an Mussolini, 3. No- vember 1934, ASMAE, Gab. 195, pos.11/8. 65 Salata an Mussolini, 17. Februar 1935, DDI, Serie VII, Bd. XVI, d.609. (Übers. d. Verf.) 66 Preziosi an Mussolini, 11. Februar 1935, ebd., p. 645, n.1. 67 Gespräch Mussolini-Schuschnigg, 11. Mai 1935, DDI, serie VIII, Bd. I, d. 180; siehe dazu auch Toscano, Storia diplomatica 134–135; es ist zu berücksichtigen, dass Schuschnigg
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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