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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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120 Luca Riccardi Nach Salatas Meinung war es im Hinblick auf das bilaterale Verhältnis un- umgänglich, einige Forderungen der deutschsprachigen Bevölkerung der Provinz Bozen zu akzeptieren und zu einer „liberalen“ Politik zurückzukeh- ren. Der Duce betonte, dass dies nicht als Wende seiner Deutschlandpolitik zu interpretieren sei. Er erklärte sich bereit, Privatunterricht und andere Lockerungen für die Südtiroler ein- zuräumen, sofern dies Österreich nützen könnte. Heute jedoch ist die Situa- tion in Südtirol jene, dass jeder Nationalsozialist ist, besonders die jungen Leute, die von Österreich nichts hören wollen und sich vom nationalsozialisti- schen Deutschland alles erhoffen. Jegliches Zugeständnis würde heute in Süd- tirol als Schwäche gegenüber dem Nationalsozialismus ausgelegt werden73. Die italienische Position in Wien schien sich im Jahr 1935 zu festigen und Schuschnigg unterstützte Rom auf internationaler Ebene. So lobte er etwa das Mussolini-Laval-Abkommen74 und missbilligte die Politik des Völkerbunds in der Äthiopien-Frage75. Hinsichtlich der Beziehungen zu Deutschland setzte man in Wien auf Zeit und vertröstete den deutschen Botschafter von Papen hinsichtlich des Abschlusses eines österreichisch-deutschen Abkommens76. Der österreichische passive Widerstand führte zu einem politischen Rückzie- her des Deutschen Reiches77. Auch die innenpolitische Balance schien durch den wachsenden Einfluss der Heimwehren für die italienische Orientierung zu sprechen78. Salata berichtete jedoch auch von negativen Aspekten. Ab Ende Ok- tober 1935 informierte er über Befürchtungen in der österreichischen Politik, 73 Gespräch von Mussolini mit Starhemberg, 19. April 1935, DDI, serie VIII, Bd. I, d. 56. (Übers. d. Verf.) 74 Salata an Mussolini, 17. Februar 1935, DDI, Serie VII, Bd. XVI, d.609. 75 Preziosi an Mussolini, 8. Oktober 1935, DDI, Serie VIII, Bd. II, d.286; zu Mussolinis Dank für die österreichischen Stellungnahmen Mussolini an Schuschnigg, 10. Oktober 1935, ebd., d.307. 76 Preziosi an Mussolini, 15. Juli 1935, ebd., Bd. I, d.307; Preziosi an Mussolini, 5. und 12. August 1935, ebd., d.666 und 716. 77 Memorandum by a Deputy Director of Department II, Renthe-Frink, 7. Oktober 1935, Documents of German Foreign Policy (DGFP), Serie C, Bd. IV, d.335. 78 Preziosi an Mussolini, 17. Oktober 1935, DI, Serie VIII, Bd. II, d.363; die deutsche Rat- losigkeit bezüglich dieser Entwicklung in: von Papen an Hitler, 18. Oktober 1935, DGFP, Serie C, Bd. IV, d.363.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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