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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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121 Francesco Salata und das Österreich der 1930er Jahre die Abessinienpolitik könnte die österreichisch-italienischen Beziehungen schwächen79. Salata legte dar, dass in der Presse der anglofranzösische Ein- fluss steige und sozialistische und freimaurerische Ideen verbreitet würden80. Auch in der für die öffentliche Meinungsbildung wichtigen katholischen Kir- che konstatierte er eine antiitalienische Haltung: Die Ursache [war] komplex: Konfessionelle Motive des Pazifismus; der au- fkommende Antifaschismus bei den älteren Parlamentariern der christsozialen Partei, was innenpolitisch von der Konkurrenz mit den Heimwehren verstärkt wurde; der Wunsch, dem Vorwurf der Einseitigkeit der italophilen Politik von Dollfuß und seinem Nachfolger konkrete Basis zu geben; letztlich die un- verhohlene antiitalienische Haltung der erzbischöflichen Kurie in Wien […] der Wiener Erzbischof Kardinal Innitzer, der uns schon wohlgeneigt war, [kon- nte] in diesem Moment nicht zu den Freunden Italiens gerechnet werden.81 Zur Feindseligkeit des Erzbischofs kam auch die des Apostolischen Nuntius Monsignore Sibilia, der erst später seine Haltung ansatzweise änderte und Schritte in Richtung Versöhnung setzte82. Salata hielt generell die österreichi- sche Gesellschaft für weitgehend unempfänglich für den italienischen Ein- fluss. Trotz aller Bemühungen schien die positive Einstellung der Regierung Schuschnigg gegenüber Italien ab Herbst 1935 in der Öffentlichkeit immer mehr an Zuspruch zu verlieren – das war auch der Eindruck Preziosis83. Es waren jedoch grundsätzliche Dinge, die schließlich die italienisch-österrei- chischen Beziehungen veränderten. Am 6. Jänner 1936 berief Mussolini im Palazzo Venezia den deutschen Botschafter von Hassell ein, dem er seine Absicht mitteilte, Österreich in Richtung Deutschland zu lenken84. So verpflich- tete sich der Duce, sich nicht gegen eine Politik zu wenden, die Österreich zu einem „Satelliten“ Deutschlands mit einer zu Berlin „parallelen“ Außen- 79 Evoluzioni dell’opinione pubblica austriaca, 24. Oktober 1935, ASMAE, CS, b.148, f.901. 80 Ebd. 81 Ebd. (Übers. d. Verf.) 82 Salata an Suvich, 22. November 1935, ebd. Salata argwöhnte, dass der Prälat seine Haltung aufgrund von Druck aus Rom geändert hatte. 83 Preziosi an Mussolini, 20. November 1935, DDI, Serie VIII, Bd. II, d.671. 84 Von Hassell an Neurath, 7. Jänner 1936, DGFP, Serie C, Bd. IV, d.485; siehe auch Renato Mori, Mussolini e la conquista dell’Etiopia (Firenze 1978) 248.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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