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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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127 Francesco Salata und das Österreich der 1930er Jahre 5. Eine kurze Mission Die Ernennung Salatas am 7. August 1936 zum Gesandten und Nachfolgers Preziosis war ein logischer Schritt. Schuschnigg reagierte darauf positiv, Sa- lata wurde damit auch offiziell das direkte Bindeglied zum Kanzler und Rom konnte weiterhin Schuschniggs Arbeit kontrollieren. Die Entscheidung stieß aber in Wien nicht überall auf Sympathie110. Salatas Tätigkeit in der neuen Funktion war von Anfang an von Missverständnissen111 geprägt. Zwischen Salatas persönlicher Position und der vom Palazzo Venezia angestrebten Poli- tik, vertreten durch den neuen Außenminister Gian Galeazzo Ciano, bestan- den erhebliche Differenzen. Salata sah seine Ernennung als eine Geste, die von besonderem Wohlwollen und Achtung 112 gegenüber seiner Person zeugte. Die Informationen des italienischen militärischen Nachrichtendienstes SIM lassen jedoch das Gegenteil vermuten. Demzufolge wurde die Ernennung Sa- latas von der gesamten Staatskanzlei mit wahrer Empörung aufgenommen, dessen gutes Verhältnis zu Schuschnigg wurde negiert, Salata zähle auf Sympathien, die er sicher nicht genoss: Salata würde auf eine einzige Person setzen – den Kanzler – der dafür bekannt ist, häufig schon ironische Bemerkungen über ihn gemacht zu haben. Ihre guten Beziehungen, basierend auf dem kulturellen Element, wären folgende: uner- müdliche Schmeichelei seitens Salata; Herablassung seitens Schuschnigg.113 Salata wurde jedenfalls in direkte Verbindung zum Juliabkommen gebracht, seine Beförderung war daher keine Überraschung. Die Überreichung des Be- glaubigungsschreibens am 4. September 1936 orientierte sich an der traditio- nellen Richtung der italienisch-österreichischen Beziehungen. In der Rede, die der neue italienische Gesandte bei dieser Gelegenheit hielt, betonte er die Bedeutung der Römischen Protokolle114. Auch auf informeller Ebene war der 110 Dies laut einiger Stimmen, die ein Informant des SIM gesammelt hat; cf., Appunto von Gabinetto, 21. August 1936, ASMAE, Generalsekretariat, 1936, f.29. 111 Pastorelli, L’Italia e l’accordo austro-tedesco 114 112 Salata an Ciano, 22.–23. Juli 1936, DDI, serie VIII, Bd. IV, d. 607. (Übers. d. Verf.) 113 Anonymes Informationsmaterial des SIM, 16. September 1936 in ASMAE, General- sekretariat, 1936, f. 29, p. 6. (Übers. d. Verf.) 114 Salata an De Peppo, 27. August 1936, in ASMAE, Gab. 231, pos. 11/12 Austria.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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