Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 137 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 137 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 137 -

Bild der Seite - 137 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 137 -

137 Die katholische Welt Italiens und der christliche Ständestaat in Anbetracht dessen „die Analyse (und die Kritik) des Individualismus und dessen Verbindungen zum Kapitalismus und zur liberalen Staatsform die größte Schnittstelle des faschistischen und katholischen Korporativismus darstellte“12, muss auch betont werden, dass das Interesse der Katholiken am Korporativismus in einer Vergangenheit wurzelte, die weiter zurückliegt als das totalitäre faschistische Experiment oder der Regimewechsel durch Doll- fuß; nämlich in einer spezifischen transnationalen katholischen sozialen Be- wegung, die seit ihren Anfängen im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in Österreich eines ihrer Hauptzentren hatte. Von großem Interesse waren in diesem Sinne die Überlegungen des Trientiner Politikers Alcide De Gasperi, der sich nach dem erzwungenen Ende seiner politischen Tätigkeit – er war Abgeordneter in den Reihen der italienischen Volkspartei Partito Popolare Italiano unter Don Luigi Sturzo (und früher Abgeordneter im Wiener Reichs- rat) – während seiner Haft (1927/28) der Vertiefung einiger Aspekte der Ge- schichte der christlichen Linken widmete. Das Ergebnis waren zwei Artikel, die zwischen 1928 und 192913 unter dem Pseudonym Jaspar in der „Rivista In- ternazionale di Scienze Sociali“ publiziert wurden sowie der berühmte Essay „I tempi e gli uomini che preparono la ,Rerum Novarum‘“, 1931 veröffentlicht für „Vita e Pensiero“ unter dem Pseudonym Mario Zanatta14. Wie aus dem Folgenden hervorgeht, beschäftigte sich De Gasperi in den darauffolgenden Jahren in den Kolumnen der 14-tägig erscheinenden „L’Illustrazione Vati- cana“ weiterhin mit dem Korporativismus. In seiner dort von 1933 bis 1938 unter dem Pseudonym „Spectator“ veröffentlichten Kolumne „Quindicina internazionale“ räumte er den politischen Entwicklungen des „ständischen und christlichen“ Österreichs viel Platz ein15. 12 So Lorenzo Ornaghi, Stato e corporazione. Storia di una dottrina nella crisi del sistema politico contemporaneo, (Milano 1984) 114. 13 Gotthard Jaspar, Un maestro del corporativismo cristiano: René de la Tour du Pin, in: Rivista Internazionale di Scienze Sociali e Discipline Ausiliarie 1 (1928) 3–28 und Ders., Le direttive politico-religiose del „Centro“ germanico (1871–1928), in Ebd. 8 (1928) 181–196, Ebd. 11–12 (1928) 97–132 und Ebd. 2 f. (1929) 146–158. 14 Alcide De Gasperi, I tempi e gli uomini che prepararono la „Rerum Novarum“, Vor- wort von Giulio Andreotti, (Milano 1984). 15 Eine Untersuchung der Überlegungen De Gasperis zum Korporativismus, Autorita- rismus und zur Demokratie in den 1930er-Jahren siehe Francesco Malgeri, Chiesa, cattolici e democrazia. Da Sturzo a De Gasperi (Brescia 1990) 93–99. Siehe auch den Beitrag von Guiotto in diesem Band.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung