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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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141 Die katholische Welt Italiens und der christliche Ständestaat Meinung sein, auch hinsichtlich der Formen, die das Parteienleben einnehmen kann und hinsichtlich der besten Weise, auf die dieses sich ausdrücken kann29. Ebenfalls im November 1929 bat Gemelli den Ex-Kanzler, einige Beiträge aus seiner ge- rade abgehaltenen Universitätsvorlesungsreihe an „Vita e Pensiero“ zu schi- cken – eine Anfrage, die Seipel positiv beantwortete30. In den 1930er-Jahren führte Gemelli einen recht intensiven Schriftver- kehr mit anderen intellektuellen katholischen Österreichern, wie den Chef- redakteuren der Zeitung „Schönere Zukunft“ und „Der Christliche Stände- staat“ Joseph Eberle und Dietrich von Hildebrand. Letzterer, von dem „Vita e Pensiero“ 1931 einen zentralen Essay über „Die Stellung des Menschen zu Beruf und Arbeit im Sinne der Enzyklika ,Rerum Novarum‘“31 veröffentlicht hatte, wurde von der Universität eingeladen, einen Vortrag über die Program- me Österreichs und Hitlers zur Bewältigung der Wirtschaftskrise zu halten32. 29 Ignaz Seipel, Critica della democrazia, in: Vita e Pensiero 11 (1929) 691, 694 (Übers. d. Verf.). In den Folgemonaten nahm der junge friaulische Jurist Giuseppe Bettiol – späterer Abgeordneter der verfassungsgebenden Versammlung und der Abgeordnetenkammer für die Democrazia Cristina nach dem Zweiten Weltkrieg – Seipels Position zur Notwendigkeit einer Reform der österreichischen Verfassung wieder auf – ebenfalls in „Vita e Pensiero“ –, „um die Haltung des Bundespräsidenten und der Regierung gegenüber dem unfügsamen Parlament, zwischen dem Schwanken der Parteien und im Hinblick auf die bewaffneten Bündnisse, zu stärken.“ Giuseppe Bettiol, La riforma della costituzione austriaca in un re- cente studio di Ignazio Seipel, in: Vita e Pensiero 4 (1930) 207–212. Der Artikel stellte eine Art Rezension des Bandes von Ignaz Seipel, Der Kampf um die österreichische Verfassung (Wien 1930) dar. 30 Generalarchiv für Geschichte der Università Cattolica del Sacro Cuore, Korrespon- denzbestand, Karton Nr. 35, Akte 42, Unterakte 399, Gemelli an Seipel, 19. November 1929 und ibidem, Unterakte 400, Seipel an Gemelli, 21. November 1929. Das enge Verhältnis von Seipel und Gemelli bestätigt ebenfalls die Tatsache, dass Mario Bendiscioli in der Widmung an den Rektor der Cattolica in einem Exemplar von La vita interiore di Ignazio Seipel an- merkte, dass der Name von Gemelli wiederholt in dem Tagebuch des österreichischen Prä- laten auftauchte, von dem Bendiscioli in seinem Band längere Auszüge veröffentlicht hatte („A P. Gemelli, dessen Name öfters im Tagebuch von Seipel wiederkehrt, ergebenst Mario Bendiscioli. Mailand, 11. Nov. 1935“). Das Exemplar des Buchbandes mit der Widmung Ben- disciolis befindet sich in der Bibliothek der „Universität Cattolica del Sacro Cuore“. 31 Dietrich von Hildebrand, Die Stellung des Menschen zu Beruf und Arbeit im Sinne der Enzyklika „Rerum Novarum“, in: Il XL anniversario della enciclica ,Rerum novarum‘. Scritti commemorativi pubblicati a cura della Università Cattolica del Sacro Cuore, con il contributo della Unione Cattolica per le scienze sociali (Milano 1931) 199–209. Dieser Aufsatz wurde von der Zeitschrift „Studium“ nachfolgend in gekürzter Version auf Italienisch veröf- fentlicht. Dietrich von Hildebrand, La professione primaria, in: Studium 6–7 (1934) 372–377. 32 Die Konferenz fand am 13. März 1934 im Rahmen einer vom katholischen Verband für Sozialwissenschaften organisierten Lehrveranstaltung statt. Siehe dazu Bocci, Oltre lo Stato liberale 220. Für eine Zusammenfassung der Inhalte der Konferenz siehe Barbieri, Crisi 231.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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