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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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146 Paolo Valvo den Anschein haben können, gut zu sein, aber sich immer den Geist, der ihnen zugrunde liegt, vor Augen zu führen. Und dieser Geist ist der Geist des Antichrist44. Der Vatikan und Österreich unter Dollfuß Auch der Heilige Stuhl beteiligte sich an den die Alpenrepublik betreffenden Fragen, jedoch waren seine Standpunkte in vieler Hinsicht ernüchternd. Sei- nen Einschätzungen zufolge bestand vor allem die Notwendigkeit, das Fort- bestehen Österreichs als unabhängiger Staat vor der nationalsozialistischen Bedrohung zu verteidigen. Österreich stellt somit eine Fallstudie dar, die Aufschluss über die Stellung von Pius XI. und seines Kardinalstaatssekretärs Eugenio Pacelli in Bezug auf den nationalsozialistischen Totalitarismus gibt, von den Vorboten der hitlerischen Ausdehnungsbestrebungen bis hin zum tragischen Ende der österreichischen Unabhängigkeit45. Auf der Grundlage der vatikanischen Dokumentation, die bereits seit mehr als zehn Jahren in den Archiven des Heiligen Stuhls zugänglich ist, lässt sich bestätigen, dass die Verteidigung der österreichischen Unabhängigkeit einen der wesentli- chen Pfeiler der päpstlichen Diplomatie auf dem europäischen Schachbrett zwischen den beiden Weltkriegen darstellte. Aus diesem Grund sah der Va- tikan das österreichische autoritär-korporative Experiment von Dollfuß ins- gesamt recht positiv; ein notwendiger Weg für ein Land, dessen Überleben bedroht schien – von außen durch den nationalsozialistischen Pangermanis- mus und von innen durch die bewaffneten Oppositionsanhänger der sozia- listischen Partei und den österreichischen Nationalsozialismus46. Der Heilige Stuhl bekundete daher seine offene Unterstützung der Regierung Dollfuß und drückte, was die autoritären Aspekte anbelangte, ein Auge zu. Diese Unterstützung war vor allem symbolisch, konnte aber bei Bedarf spezifische politische Weisungen implizieren. Neben den zu mehreren An- 44 Dietrich von Hildebrand, Lo spirito del nazionalsocialismo, in: Studium 11 (1935) 664 (Übers. d. Verf.). Der Artikel wird ebenfalls von Torchiani, Mario Bendiscioli 138, zitiert. Zur Bezeugung eines gemeinsamen Interesses in den universitären katholischen Kreisen hatte die Zeitschrift der FUCI im Januar 1934 einige Auszüge aus der Neujahrsansprache des Kardinal Erzbischof von München Michael von Faulhaber publiziert, die eine schwere Anklage „gegen die neue nordisch-germanische Religion, ohne Christus“ darstellte. Siehe Cristianesimo e germanesimo, in: Azione Fucina, 28. Jänner1934 1. 45 Paolo Valvo, Dio salvi l’Austria! 1938: il Vaticano e l’Anschluss (Milano 2010). 46 Fritz Sandmann, «L'Osservatore Romano» e il nazionalsocialismo (1929–1939) (Roma 1976) 150 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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