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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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150 Paolo Valvo langjährige Rüstungsvorbereitung zur Widerstandsleistung nicht, aber wir geben ihnen nicht die alleinige Schuld an den schmerzlichen Ereignissen, die eine traurige Mahnung für all diejenigen sind, die die neuen diktatorischen Regime mit der Hilfe von bewaffneten Parteien gründen wollen.56 Ein paar Tage später stimmte Sturzo einem Brief zu, den eine Gruppe franzö- sischer katholischer Schriftsteller (unter ihnen auch Jacques Maritain) an den Präsidenten Miklas richtete, um zu bewirken, dass die aufgrund der Februar- ereignisse gefangen genommenen österreichischen Sozialisten ehrenvoll von den Siegern behandelt [werden] und einen größtmöglichen Straferlass erhalten57. Wir verneinen jegliche Verbindung zwischen den Ereignissen in Wien und den christli- chen Prinzipien, gab Sturzo zu diesem Anlass an. In Zukunft jedoch, so mahn- te der Priester, wenn die Arbeiterklasse die Erschütterungen überwunden hat und ins politische Leben tiefer integriert ist, werden die Ereignisse in Wien sicherlich nicht zugunsten der Katholiken in Erinnerung bleiben. Es sei denn, die Katholiken sind von nun an in der Lage, zwischen den Verantwortlichkeiten zu unterscheiden und eine kritisch-objektive Haltung einzunehmen. Für Sturzo stellte die Revolte demnach die Gelegenheit dar, zu betonen, dass die Kirche die Handlungen einer autoritären Regierung nicht unterstützen könnte – selbst wenn diese christlich inspiriert seien – , ohne dabei endgültig die Sympathien der Arbei- terklasse zu verspielen58. In „The Catholic Herald“ bekräftigte der siziliani- sche Geistliche am 24. März 1934: Die Arbeiterklasse der ganzen Welt verfolgt als eigenes Blutopfer jenes Ös- terreichs; und die Beschuldigungen der ganzen Welt richten sich an eine Re- gierung, die sich katholisch nennt. Deshalb müssen die Katholiken die Ve- rantwortlichkeiten klarstellen und können sich nicht mit der Regierung von Dollfuß solidarisieren.59 56 Luigi Sturzo, L’Austria vista dall’Inghilterra, in: L’Aube, 23. Februar 1934, nun in: Lui- gi Sturzo, Miscellanea londinese, Bd. III (Bologna 1970) 23 f. (Übers. d. Verf.) 57 Ders., Un appello, in: El Matí, 11. März 1934, nun in: Ebd. 34. (Übers. d. Verf.) 58 Diesbezüglich ein Verweis auf Malgeri, Chiesa 83–92. 59 Luigi Sturzo, La responsabilità degli avvenimenti d’Austria, in: The Catholic Herald, 24. März 1934, nun in: Ders., Miscellanea londinese, Bd. III 41. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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