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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 153 -
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153 Die katholische Welt Italiens und der christliche Ständestaat Den Zusammenhang zwischen dem österreichischen Regime und der päpst- lichen Lehre untersuchte im Folgenden auch der aus Ischia stammende Prälat Monsignore Giuseppe Di Meglio in einem von der vatikanischen Druckerei Tipografia Poliglotta Vaticana unter dem Titel „De novissimo Austriae regi- mine“67 veröffentlichten Einzelband. Trotz der geringen Auflage68 erfuhr das Werk aufgrund der Tatsache, dass der Autor im vatikanischen Staatssekreta- riat tätig war, eine gewisse Aufmerksamkeit69. Obwohl der Prälat in der Ein- leitung des Bandes klargestellt hatte, er wolle sich mit dem österreichischen Regime und seinem ständischen System lediglich im rechtlichen Sinne be- schäftigen, ohne auf die konkrete Umsetzung der Regierung unter Dollfuß und seinem Nachfolger Schuschnigg einzugehen, ist aus dem Text deutlich die tiefe Sympathie abzulesen, die Monsignore Di Meglio dem österreichi- schen Ständestaat gegenüber hegte70. Wenn es auch noch früh sei, um über die volle Übereinstimmung des österreichischen Regimes mit der kirchlichen Soziallehre zu urteilen, so verdiene dennoch schon allein die Tatsache, die Regierungspolitik daran zu orientieren, Aufmerksamkeit und Respekt. Diese Ansicht wurde im Vorwort des österreichischen Monsignore Alois Hudal71, Titularbischof von Aela und Rektor der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima, bekräftigt und in „Studium“ auch von Monsignore Pietro Coffano aufgegriffen72. In Anbetracht der hier dargelegten Reaktionen lässt sich berechtig- terweise schlussfolgern, dass die italienische katholische Welt in ihren ver- schiedenen Ausdrucksformen – von der Azione Cattolica über die Universität Cattolica del Sacro Cuore bis hin zu den Kreisen der Römischen Kurie – der „Richtung eines katholischen Autoritarismus, der in der Lage ist, die not- 67 Iosephus Di Meglio, De novissimo Austriae regimine, (Città del Vaticano 1936). 68 In Italien wurde der Text nur von „Studium“ rezensiert und im Ausland von der Zeit- schrift von Chatham House „International Affairs“. 69 Im Folgenden wurde Monsignore Di Meglio als Sekretär der Nuntiatur nach Wien ge- schickt, von wo aus er nach dem Anschluss zur Berliner Nuntiatur gesandt wurde. Hier blieb er als Auditor von 1938 bis 1942. 70 So auch die Rezension von „International Affairs“, in der es hieß, der Autor des Buches „has little difficulty in showing that the written Austrian constitution and the intentions of its authors are very much in accordance with the Papal teaching, but does not pretend deal with the system as it is actually being worked out.“ Siehe International Affairs 6 (1937) 969. 71 Alois Hudal, Praefatio, in: Di Meglio, Novissimo 7 ff. 72 Pietro Coffano, Recensioni, in: Studium 12 (1936) 697 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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