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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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161 Die katholische Welt Italiens und der christliche Ständestaat hat, sein schweres Erbe voll und ganz zu übernehmen98. Dieses von dem Journa- listen der Zeitschrift „L‘Osservatore Romano“ dargestellte Bild schien in der internationalen Mobilisierung der Diplomatie zur Unterstützung Österreichs bestätigt zu werden99. Ebenfalls war es Gonella, der am 16. Februar 1935 von der Solidität der neuen Gesellschaftsordnung, die die österreichische Regierung ge- schafft hat, zu festigen und zu gewährleisten, schrieb. Dabei sprach er Dollfuß den Verdienst zu, diese hohe innere Spannung lebendig erhalten zu haben, die absolut unerlässlich war, um dem österreichischen Problem einen europäischen Charakter zu verleihen und um die Extremismen der Innenpolitik zu überwinden, welche die zwei wesentlichen Aspekte der ‚historischen Mission Österreichs […] verleugneten: die österreichische Kultur, die katholische Religiosität100. Mit der oben genannten Aussage bezog sich Gonella explizit auf den bedeutsamen Artikel von Benito Mussolini, der am 13. Februar 1935 in „Popolo d’Italia“ veröffentlicht worden war und von der katholischen Publizistik in den Folgemonaten des Öfteren wieder aufgegriffen wurde101. Die internationalen politischen Entwicklungen, die seit Ende 1935 ein eher schlechtes Licht auf das Schicksal des Landes warfen, konnten – zu- 98 Acta Diurna, in: L’Osservatore Romano, 6.–7. August 1934, nun in: Gonella, Verso 68. (Übers. d. Verf.) 99 Auch Bendiscioli stimmte diesem Bild zu, als er in der Einleitung der italienischen Ausgabe des Buchbandes von Tauscher erklärte: Das Blut von Dollfuß hat die Anzahl der Anhän- ger der österreichischen Idee vervielfacht, den Willen zur Unabhängigkeit bei der Regierung gefestigt, die Bemühungen der befürwortenden Großmächte entschiedener und aktiver gemacht; und Italiens Aktionen am Brenner im Juli 1934 und in Stresa im Februar 1935 sind allen bekannt. Die Donaukon- ferenz von Rom – die die diplomatische Welt durch Stresa-Abkommen vorbereitet – wird den Triumph und den moralischen Sieg des Märtyrer-Kanzlers bezeichnen. Siehe Bendiscioli, Dollfuss e la nuo- va Austria 18. (Übers. d. Verf.) 100 Acta Diurna, in: L’Osservatore Romano, 16. Februar 1935, nun in Gonella, Verso 104 f. (Übers. d. Verf.) 101 „Vita e Pensiero“ schreibt beispielsweise im Rahmen einer Zusammenfassung von Mussolinis Gedankenkonzept: Der Respekt vor der österreichischen Autonomie und Unabhängig- keit ist eine logische Konsequenz der historischen, dem kleinen Land von der Vorsehung zugetragenen Aufgaben, als besonderer deutscher Staat, der die deutsche Kultur filtriert und neu gewichtet – damit sie im Donau- und Balkanraum toleriert und akzeptiert wird – und als entschieden katholische Nation. Nordicus, Note di politica internazionale, in: Vita e Pensiero 3 (1935) 190 f. (Übers. d. Verf.). In die gleiche Richtung gingen Bendiscioli und der Verlag Morcelliana; in der einleitenden „Anmerkung des Herausgebers“ in der italienischen Ausgabe von Tauscher nennt der Ver- lag als einen der Gründe für die Veröffentlichung des Bandes „die politische Bedeutung, die Italien Österreich zugesprochen hat – dem korporativen, unabhängigen, christlichen Öster- reich um genau zu sein, wie es Dollfuß wollte und formte – […] die Freundschaft, die den österreichischen Kanzler mit dem italienischen Regierungschef verband; […] das lebendige römisch-katholische Bewusstsein, das die Worte Dollfuß’ zeigen.“ Siehe Tauscher, Eredità 7.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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