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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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169 Die katholische Welt Italiens und der christliche Ständestaat tholische Regierende gibt (wie Franco und Salazar und zuvor Dollfuß und Schuschnigg), welche die Unterdrückung der andersgläubigen Bevölkerung nicht im Namen eines totalitären Regimes verantworten, sondern im Namen der Religion, die das totalitäre Regime sich zu eigen macht.119 5. Schlussfolgerung Am Tag nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges veröffentlichte die neue Zeitschrift „Humanitas“ des Verlags Morcelliana einen Essay zur Enzyklika „Quadragesimo anno“, der von dem deutschen protestantischen Ökonomen und Soziologen Wilhelm Röpke verfasst worden war. Dieser zählte zu den Gründern der sozialen Marktwirtschaft und den scharfsinnigsten Vertretern der kirchlichen Soziallehre120. In seinem Beitrag hob der Wissenschafter die Dringlichkeit einer neuen Auslegung der Enzyklika hervor – welche er als ein reichlich wirksames, tiefgreifendes und erhabenes Manifest, in dem mit Exaktheit, Würdigkeit und Weitsicht viele Dinge dargelegt werden, die uns am Herzen liegen be- zeichnete – und beklagte die Instrumentalisierung der „Quadragesimo anno“ von jenen, die in einer gefährlichen geistigen Verwandtschaft mit dem Faschismus stehen und den Eindruck vermittelten, die Enzyklika empfehle den Korporativismus im Sinne des ‚korporativen Staats und der korporativen Wirtschaft aufgrund dieser Interpretation […] musste dieses mehr als würdige Dokument – unter dem Einfluss von jenen, die mit Sicherheit nicht die Berechtigung hatten, im Namen der Katholiken zu sprechen – für das elende Experiment des sogenannten korporativen Staats in Österreich erzwungene Dienste leisten. Nicht wenige wurden daraufhin dazu verleitet, Verbindungen zwischen der Enzyklika und dem italienischen Faschismus mit seinem korporativen System zu sehen121. 119 Luigi Sturzo, Chiesa e Stato. Studio sociologico-storico Bd. I (Bologna 1959) 233 f. (= Ders., Church and State [New York 1939]). (Übers. d. Verf.) 120 Siehe dazu die kürzlich durchgeführte Studie von Giuseppe Franco, Economia senza etica? Il contributo di Wilhelm Röpke all’etica dell’economia e al pensiero sociale cristiano (Soveria Mannelli 2016). 121 Wilhelm Röpke, L’enciclica „Quadragesimo anno“ nella odierna discussione, in: Hu- manitas 11 (1946) 1121 f. (Übers. d. Verf.). Siehe diesbezüglich Ferdinando Citterio, La „gran- de crisi“ come crisi del sistema? Gli echi nella „Quadragesimo anno“, in: Cova, Besana, Fan- fani, 112 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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