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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 172 -
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172 Karlo Ruzicic-Kessler Wahrnehmung durch die italienische KP nach und verortet Marek im kom- munistischen, transnationalen Intellektuellen- und Reformdiskurs. Bevor die Verbindung zwischen PCI und Marek in den Mittelpunkt gelangt, sei aber zunächst noch ein kurzer Blick auf Franz Mareks Leben geworfen, um seine Biographie und deren Bedeutung im Kontext der europäischen Ge- schichte besser einordnen zu können. Er wurde am 18. April 1913 in Przemyśl im damals habsburgischen Galizien als Kind einer ostjüdischen Familie unter dem Namen Efraim Feuerlicht geboren. Bald übersiedelte die Familie nach Wien in das Milieu des ostjüdischen Elends der Leopoldstadt. Dieser Teil Wiens war beeinflusst von der jüdischen Einwanderung des 19. und 20. Jahrhunderts und politisch von unterschiedlichen Kulturen geprägt3. Marek erfuhr somit bald den Einfluss von Judentum und Zionismus. Er war an der Schaffung des Verbandes zionistischer Mittelschüler beteiligt, wurde aber auch von der in Wien in der Zwischenkriegszeit tonangebenden Sozialde- mokratie geformt. Dies führte zu seinem Eintritt in den „Hashomer Hazair“, einer sozialistisch und zionistisch ausgerichteten Jugendbewegung4. Die Zuspitzung der politischen Situation in Österreich in der ersten Hälfte der 1930er Jahre brachte ihn näher zum kommunistischen Gedankengut. Bun- deskanzler Engelbert Dollfuß schaffte die Demokratie unter dem Vorwand der „Selbstausschaltung“ des Parlamentes im März 1933 ab und verbot die KPÖ. Nach den Kämpfen im Februar 1934 und der endgültigen Etablierung eines autoritären Regimes sowie der Zerschlagung der Sozialdemokratie, ent- schloss sich Marek zum Beitritt zur Kommunistischen Partei und zum Wi- derstand gegen die Diktatur. Nun wurde aus Efraim Feuerlicht „Franz Ma- rek“. Zwischen 1934 und 1938 engagierte er sich im Untergrund gegen das Dollfuß-Schuschnigg-Regime5. Ab Juli 1936 leitete er die Abteilung Agitation und Propaganda. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 emigrierte Marek über die Schweiz ins Exil nach Frankreich. Dort hatte sich in den vorangegangenen Jahren ein Emigrationszentrum ge- bildet, wo Regimegegner nicht nur aus Deutschland sondern auch aus Italien 3 Die Mazzesinsel. Juden in der Wiener Leopoldstadt 1918–1938, hrsg. von Ruth Becker- mann (Wien 41992) 19 f., sowie: Graf, Knoll, Franz Marek 19. 4 Graf, Knoll, Franz Marek 22 ff. 5 Ebd. 25 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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