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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 174 -
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174 Karlo Ruzicic-Kessler 2. Die Geschichte zweier Parteien Gerade im Zusammenhang mit der Geschichte des PCI und der Weltbewe- gung erscheint die Erinnerung an Marek umso bedeutender. Für die Erklä- rung dieser Verbindung bedarf es auch eines kurzen Vergleiches der KPÖ mit dem PCI. Nach 1945 etablierte sich der PCI nicht nur als eine der tragenden Kräfte der Italienischen Republik, sondern auch als bedeutendste westeuro- päische KP. Der PCI war es, der am ehesten und am stärksten gegen die Figur des „monolithischen“ Kommunismus antrat. Während der Begriff „Eurokom- munismus“10 weithin mit dem PCI und insbesondere mit Enrico Berlinguer in Verbindung gebracht wird, war Palmiro Togliatti als langjähriger General- sekretär bereits jemand, der die Möglichkeiten einer eigenständigen Linie im kommunistischen Block auslotete. Die 1956 formulierte These des „Polyzent- rismus“, die eines der grundlegenden Elemente seines Erbes darstellt, ist im Grunde genommen als logische Konsequenz der politischen Vorstellungen im PCI ab der svolta di Salerno11 – Beitritt zur Übergangsregierung – vom April 1944 zu verstehen. Damit war die Partei zwischen einer nationalen und einer internationalistischen Politik hin- und hergerissen. Über diese „doppelte Zu- gehörigkeit“ während des Kalten Krieges sind bereits Jahrzehnte der Debatte in der italienischen Historiographie vergangen12. Ab wann Palmiro Togliatti tatsächlich einen eigenständigen Weg zum Sozialismus für seine Partei woll- te, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen13. Jedenfalls verfolgte Togliatti in den 1950er Jahren und insbesondere nach dem Tod Stalins 1953 die Idee einer Autonomie des PCI innerhalb der sowjetisch dominierten Welt des Kommu- nismus. 10 Der Begriff „Eurokommunismus“ ist eine Fremdzuschreibung des Journalisten Frane Barbieri, der diesen in der Tageszeitung „Giornale Nuovo“ im Juni 1975 erstmals verwen- dete. Im Allgemeinen bezeichnet dieser die Reformbewegungen kommunistischer Parteien Westeuropas in den 1970er und 1980er Jahren. Die Heterogenität dieser Bewegungen zeigt allerdings die Probleme in der Verwendung eines einzigen Begriffes auf. 11 Siehe Elisabetta Brighi, Foreign Policy, Domestic Politics and International Relations. The Case of Italy (New York 2013) 110 ff. 12 Il PCI nell’Italia repubblicana, hrsg. von Roberto Gualtieri (Roma 2001). 13 Siehe hierzu folgende Darstellungen zu den Interpretationen des Kurses im PCI: Karlo Ruzicic-Kessler, Der Kommunismus und die Frage von Triest im frühen Kalten Krieg, in: Römische Historische Mitteilungen 58 (2016) 355–388, 361 f.; Silvio Pons, L'impossibile ege- monia. L'Urss, il Pci e le origini della guerra fredda 1943–1948 (Roma 1999).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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