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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 179 -
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179 Franz Marek und der italienische Kommunismus von Togliatti in Übersetzung abdrucken36. Seine eigene Argumentation zu den Geschehnissen war jener Togliattis nicht unähnlich: Die Ereignisse hätten gezeigt, daß man nicht einfach blind der Sowjetunion vertrauen kann. Beweis: Jugoslawien […] Kein Kommunist und keine Kom- munistische Partei ist der Notwendigkeit des selbstkritischen Denkens entho- ben. […] Auch die Führung eines sozialistischen Staates kann Fehler machen […].37 Für Marek war es der KPÖ nicht möglich gewesen, sich in Gegensatz zu al- len anderen kommunistischen Parteien zu bringen, da dies die Spaltung der Partei hätte bewirken können. Auch Marek pries weiterhin die Erfolge der Sowjetunion in der Außenpolitik und wollte trotz seiner Zweifel die einfa- chen Parteimitglieder nicht desillusionieren. Schließlich bedeutete Chruscht- schow die Hoffnung auf eine positive Veränderung38. Damit zeigt sich, dass Marek und Togliatti durchaus ähnliche Gedanken zum XX. Parteitag formu- lierten. Beide glaubten weiterhin an die Sowjetunion, beide sahen durchaus die Fehler der Vergangenheit ein und wollten einen neuen Weg einschlagen. Jedenfalls gelang Togliatti mit seiner Idee des „Polyzentrismus“ der theore- tische Übergang von einer strikten Einhaltung der Dogmen aus Moskau zu einer These, die größere Autonomie der einzelnen KPs vorsah und damit von der Idee eines einzigen Leitsterns der Weltbewegung zur Vorstellung mehre- rer, paralleler aber unterschiedlicher Wege zum Sozialismus überging39. Auf diese bewegten Momente folgten zwei entscheidende Krisen im internationalen kommunistischen Kontext. Als Ende Juni die Arbeiterschaft in Posen auf die Straße ging, um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu fordern, sah sich die polnische Führung mit einer Situation konfrontiert, die sich bereits in den Monaten davor deutlich abgezeichnet hatte. Die In- 36 Palmiro Togliatti, Probleme der Entwicklung der sozialistischen Demokratie, in: Weg und Ziel 14, Sondernummer Juli (1956) 577–606. 37 Franz Marek, Gedanken zum 20. Parteitag. Weg und Ziel 14 Nr. 7/8 (1956) 479–484, hier: 482. Siehe zudem Ders., Aus der internationalen Diskussion zum 20. Parteitag, in: Weg und Ziel 14 Nr. 9 (1956) 587–597. 38 Marek, Erinnerungen 184 ff. 39 Aldo Agosti, Palmiro Togliatti. A Biography (New York 2003) 238 ff. dazu auch: Ni- kolas Dörr, Die rote Gefahr. Der italienische Eurokommunismus als sicherheitspolitische Herausforderung für die USA und Westdeutschland 1969–1979 (Köln 2017) 79 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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