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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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184 Karlo Ruzicic-Kessler gung63. Er wollte den Einfluss der italienischen Partei geltend machen, um die Positionen innerhalb des internationalen Kommunismus im Sinne des PCI zu lenken64. Der PCI war in den Jahren zuvor unter Druck geraten und etliche Parteien standen dem Kurs der italienischen Kommunisten zumindest skep- tisch, wenn nicht feindselig gegenüber. Die Differenzierung verschiedener Parteien stand aber für Togliatti nicht im Gegensatz zur Rolle der Sowjetunion für die Weltbewegung. Somit war die Idee des Memorandums eine Lenkung der Weltbewegung, das Ziel, die Formel der „Einheit in der Vielfalt“ zu etab- lieren, den Polyzentrismus wiederzubeleben und den endgültigen Bruch zwi- schen Moskau und Peking zu verhindern. Der PCI publizierte Togliattis „Me- morandum von Yalta“ am 5. September 1964 in „Rinascita“, ohne Moskau zu konsultieren65. Marek war auch der Meinung, dass es innerhalb der kommu- nistischen Bewegung möglich sein müsse, kritische Positionen zu beziehen66. Nur wenige Monate nach dem Tod Togliattis erfolgte die Demontage Nikita Chruschtschows mit einem Putsch innerhalb der KPdSU und der Inthronisie- rung Leonid Breschnews. Die Delegation des PCI, die kurz nach der Entmach- tung Chruschtschows nach Moskau reiste, zeigte sich von den Erklärungen der sowjetischen Genossen nicht überzeugt und verdeutlichte dies, indem die Partei nicht in den Chor der Kritiker des ehemaligen Parteisekretärs mit ein- stimmte67. Auch Marek ging auf dieses Ereignis ein und kommentierte, dass die Art, wie mit Chruschtschow umgegangen wurde, die Gedanken Togliattis bestätigt hätte. Wie etliche andere Kommunisten sah Marek das Fehlen einer angemessenen Information und einer Diskussion als größte Probleme an68. Die österreichische Kritik fand jedenfalls auch Eingang in den Kommentaren von „l’Unità“ in diesen Tagen69. 63 Spagnolo, Togliatti e il movimento comunista 243. 64 Carlo Spagnolo, Sul Memoriale di Yalta. Togliatti e la crisi del movimento comunista internazionale 1956–1964 (Roma 2007). 65 Ebd. 66 Franz Marek, Arbeiterbewegung und sozialistisches Staatensystem, in: Weg und Ziel 22 Nr. 6 (1964), 357–362. 67 Siehe: Emanuele Macaluso, Comunisti e riformisti. Togliatti e la via italiana al socia- lismo (Roma 2013). 68 Franz Marek, Nachlese zum Memorandum Togliattis, in: Weg und Ziel 22 Nr. 12 (1964), 720–724, Zitat: 724. 69 I giudizi dei partiti comunisti sugli avvenimenti nell’URSS, in: l’Unità (23.10.1964) 3, siehe auch: Volksstimme (17.10.1964).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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