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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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190 Karlo Ruzicic-Kessler und die Zustände während der „antizionistischen Kampagne“ aufdeckte. Die Idee war eine Veröffentlichung in Italien, um die Chance einer Rückver- folgung der Quelle zu minimieren. Die italienischen Genossen trauten sich allerdings nicht, einen solchen Schritt zu setzen, da es sich um ein Dokument der Opposition und sogar der Agitation handelte.89 6. Das Ende der Reformen Insgesamt war das Jahr 1968 aber von den Ereignissen in der Tschechoslo- wakei geprägt. Die Reformbewegung in der ČSSR hatte eine Öffnung der KP verursacht und das Land von der Moskauer Linie wegbewegt. Im August be- endeten die Staaten des Warschauer Paktes das Experiment durch eine mili- tärische Intervention90. Sowohl PCI als auch KPÖ verurteilten den Einmarsch und die Niederschlagung des „Prager Frühlings“. Der bekannte Intellektuelle der KPÖ und Freund Mareks, Ernst Fischer, wollte den offenen Bruch mit der Sowjetunion, wenn diese nicht ihre Truppen abzog91. Nach dem Einmarsch waren sich PCI und KPÖ darüber einig, dass eine weitere Debatte über eine Weltkonferenz zu diesem Zeitpunkt weder zielführend noch opportun sei. Hingegen plädierte Marek während eines Ende August erfolgten Besuches in Rom für die Abhaltung einer weiteren Konferenz der westeuropäischen KPs, wohl im Sinne einer Koordinierung in Bezug auf die Ereignisse von Prag. Die italienische Partei zeigte sich interessiert, wollte aber nicht ohne den PCF handeln92. Vonseiten des PCI bemerkte Carlo Galluzzi, nach einem weiteren Treffen mit Marek (und Muhri) im September, dass die österreichi- sche Partei interne Probleme zu bewältigen hatte und die Verurteilung der Ereignisse in der Tschechoslowakei auf Widerstand in den Reihen der KPÖ 89 Bruno Schacherl del Contemporaneo all’Ufficio Politico del PCI, 10.5.1968, FIG, APCI, Esteri, mf. 552, 2167–2182. 90 Zum „Prager Frühling“: Jan Pauer, Prag 1968. Der Einmarsch des Warschauer Paktes. Hintergründe – Planungen – Durchführung (Bremen 1995). 91 Manfred Mugrauer, Der „Prager Frühling“ und die Parteikrise in der KPÖ, in: Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968, hrsg. von Stefan Karner et al. (Köln et al. 2008) 1043–1062, hier: 1051 f. 92 Graf, Knoll, Franz Marek 73 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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