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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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193 Franz Marek und der italienische Kommunismus sen? Das heisst Selbstmord.102 Dino Pelliccia fasste die erneute Krise in der KPÖ für die Leitung des PCI zusammen und bemerkte, welche Dramatik sich in der Bruderpartei um den Fall Fischer entwickelt hatte103. Die Gruppe um Marek prangerte diese Entwicklungen an und es entstand eine Erklärung von 27 Mitgliedern des ZKs, die die Partei und ihr Vorgehen kritisierten104. Damit gewann der Konflikt innerhalb der KPÖ nur an weiterer Dramatik. In der Tat wurde das Reformexperiment spätestens mit dem außer- ordentlichen XXI. Parteitag der KPÖ vom Mai 1970 zu Grabe getragen. Damit war die Linie der KPÖ wieder auf die Sowjetunion abgestimmt und die Re- former aus der Partei gedrängt. Die Publikationen Franz Mareks im „Wiener Tagebuch“ waren schließlich der Anlassfall, um im November 1970 auch ihn aus der Partei auszuschließen105. 7. Eine neue Bedeutung Die Ereignisse um 1968 und deren Folgen innerhalb der KPÖ hatten zu einer völligen „Normalisierung“ der Partei im sowjetischen Sinne beigetragen. Führende Intellektuelle und reformorientierte Kader verließen die KPÖ oder wurden ausgeschlossen. Der Reformprozess, der sich in vielen westeuropäi- schen Parteien manifestierte, endete im PCI allerdings nicht. Zwar brodelte es innerhalb der italienischen Partei zwischen „linkem“ und „rechtem“ Flügel ebenso und das Beispiel der Gruppe um „ Il Manifesto“106, die das Schicksal des Ausschlusses ereilte, zeigt, dass auch der PCI vor heftigen Diskussionen nicht verschont blieb. Dennoch wanderte die Partei weiterhin auf dem Pfad der Reform, dies umso eindeutiger ab März 1972 mit Enrico Berlinguer als Generalsekretär. Die aus der KPÖ Ausgeschlossenen bildeten in den 1970er 102 Brief von Lucio Lombardo Radice an Ernst Fischer, 8.10.1969 [Hervorhebungen im Original], FIG, APCI, Fondo Lucio Lombardo Radice, Corrispondenza FI–FO/FR–FU, fasc. Fischer, Ernst. 103 Nota informativa di Dino Pelliccia, 31.10.1969, FIG, APCI, 1969, CL 176. 104 Mugrauer, „Prager Frühling“ 1054 f. 105 Graf, Knoll, Franz Marek 81 f. 106 Il Manifesto wurde 1969 von am linken Rand des PCI stehenden Funktionären wie Rossana Rossanda und Luigi Pintor gegründet. Rossana Rossanda und ihre Kollegen wur- den 1969 wegen „Linksabweichlertum“ aus dem PCI ausgeschlossen. Siehe Rossana Rossan- da, La ragazza del secolo scorso (Torino 2007).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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