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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 198 -
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198 Karlo Ruzicic-Kessler beruft, während das „Tagebuch“ Artikel aus Rinascita in fast jeder Ausgabe in Übersetzung abdruckt. Behalten wir ruhig anständige Beziehungen mit der […] Gespenstpartei125, aber diese können nicht exklusiv sein [und] mit einem „Verbot“ der Beziehungen zum „Tagebuch“ einhergehen126. Als in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre mit Enrico Berlinguer an der Par- teispitze ein „historischer Kompromiss“ mit der christdemokratischen DC gesucht wurde, die italienischen Kommunisten die NATO anerkannten und sich immer offener gegen Moskau stellten127, waren die Gedanken des ausge- schlossenen Marek von nicht geringer Bedeutung. Im Sammelwerk zur Sto- ria del marxismo contemporaneo erschien ein Beitrag Mareks, der das Interesse der italienischen Kommunisten an seinen Gedanken unterstrich128. Die Ein- leitung des posthum erschienenen Werkes von Ernesto Ragionieri über die 3. Internationale schrieb Marek129. Als im Februar 1979 in Andenken an den 1975 verstorbenen Ragionieri ein Forschungsinstitut in Florenz gegründet wurde, war unter den Rednern auch Marek präsent. Er unterstrich die Bedeu- tung Ragionieris bei der Propagierung Gramscis Gedanken in Österreich und Deutschland. Die Persönlichkeit und Werke des italienischen Parteigründers hatten die beiden Männer über viele Jahre verbunden. Marek wurde auch ins Direktionskomitee des Instituts gewählt130. Auch im Zusammenhang mit dem „Eurokommunismus“ war das Schaffen Mareks nach dem Parteiausschluss zentral. Im „Wiener Tagebuch“ entstand eine Chronik der Debatten und Ereignisse in Europa. Marek ließ viele Dissidenten aus Osteuropa und Vertreter der westeuropäischen KPs zu Wort kommen. Er engagierte sich stets in der Debatte um den „Eurokommu- nismus“ und kritisierte die italienische, französische und spanische KP in 125 Deutsch im Original. 126 Lucio Lombardo Radice an Sergio Segre, 7.11.1975 [Hervorhebungen im Original], FIG APCI, Fondo Lucio Lombardo Radice, Corrispondenza Mal–Mar, fasc. Marek, Franz. (Übers. d. Verf.) 127 Siehe: Dörr, Die rote Gefahr, Ders., Emanzipation und Transformation. Rückblick auf den Eurokommunismus, in: Osteuropa 63 nr. 5/6 (2013) 255–720 128 Franz Marek, Socialismo sovietico e rivoluzione mondiale in Stalin, in: Annali, Istitu- to Giangiacomo Feltrinelli, Storia del marxismo contemporaneo (Milano 1973) 964–979. 129 Ernesto Ragionieri, La terza internazionale e il partito comunista italiano (Roma 1978). 130 L’istituto Ragionieri nuovo strumento di ricerca storica, in: l’Unità (11.2.1979): Franz Marek ricorda Ernesto Ragionieri, in: l’Unità (15.2.1979).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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