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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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207 Bruno Kreisky und die italienische Linke – ein Forschungsdesiderat Zu Nenni und dessen Haltung nach 1945, als er als Chef des Partito Socialista Italiano (PSI) bis 1956 mit dem PCI zusammenarbeitete, schweigt sich Kreisky in seinen Erinnerungen aus. Auch sein Nachlass liefert keine Antwort auf diese Frage. Im Rahmen der Sozialistischen Internationale (SI) trafen sie sich ab 1966 jedenfalls wieder7. Saragat war für Kreisky zumindest geschätzter bilateraler Gesprächs- partner und damals wohl der ihm parteipolitisch am nächsten stehende ita- lienische Spitzenfunktionär. Die Südtirol-Verhandlungen der beiden Außen- minister sind aber nicht Gegenstand dieses Beitrags8. Saragats Partei, der Partito Socialista Democratico Italiano (PSDI), blieb gemessen an den Wahl- ergebnissen jedoch schwach. In Kreiskys Unterlagen zu Italien findet sich eine Aufstellung der italienischen Wahlergebnisse von 1946 bis 1972, anhand derer die Stimmanteile von Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten ablesbar sind. Zugleich macht sie die Komplexität des linken Parteienspek- trums in Italien deutlich9. Michael Gehler hat festgehalten: „Wenn Kreisky mit Italien konfrontiert war, hatte er die innen- und parteipolitische Kons- tellation beim südlichen Nachbarn vor Augen. Er bedauerte die Trennung der Sozialisten in eine Partei um Pietro Nenni und eine Partei um Giuseppe Saragat, für Kreisky ‚ein abschreckendes Beispiel‘, das er für Österreich in jedem Fall vermieden sehen wollte. Hier gab es zwar auch Abspaltungen bei den Sozialisten zunächst um Erwin Scharf und dann um Franz Olah. Diese nahmen aber keine vergleichbaren Dimensionen an wie in Italien“10. In der kurzen Phase der erneuten Einheit der nichtkommunistischen Linken, der Zusammenschluss von PSI und PSDI zum PSI-PSDI-Unificato (Partito Socia- lista Unificato PSU) hielt nur von 1966 bis 1969, nutze der zum Chef der SPÖ avancierte Oppositionsführer Kreisky jedenfalls seine Parteikontakte11, um gehörte auch zu den Unterzeichnern einer Solidaritätsadresse an Kreisky zum Jahreswech- sel 1935/36 als dieser in Haft war. Vgl. ebd., 252. 7 So zum Beispiel Anfang 1967 bei einem Treffen der SI in Rom. Siehe: Pietro Nenni, I conti con la storia. Diari 1967–1971 (Milano 1983) 10 f. 8 Dazu: Rolf Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror 1947–1969, Bd. III. 1962–1969 (Bozen 1999). 9 Wahlen u. Volksabstimmung in Italien, Wien, Kreisky Archiv, VII.1 Länderboxen, Italien 10 Gehler, Kreisky 175. 11 Zu den im Lichte italienischer Quellen unverfänglichen Kontakten Kreiskys siehe Federico Scarano, La diplomazia italiano e il difficile rapporto con Bruno Kreisky sul pro- blema sudtirolese, in: Bruno Kreisky und die Südtirolfrage. Akten des Internationalen Kol-
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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