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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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216 Maximilian Graf treter, von denen der PCI erst mühselig zu einer Teilnahme überredet werden musste, ließen ihren Ansichten dort freien Lauf. Im Schlussdokument des Treffens wurde auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit von Kommunis- ten, Sozialisten und Sozialdemokraten prominent thematisiert. Wenige Tage später kommentierte Kreisky die Ereignisse in einem Zeit-Interview. Er hielt die Entwicklung im westeuropäischen Kommunismus noch für umkehrbar, betonte aber, dass man zwischen den Italienern und den Franzosen einen Unterschied machen müsse. Er sah den Weltkommunismus […] in einem Prozeß des Zerfalls, des Abfalls vom Zentrum der Bewegung, dennoch mahnte er zur Vor- sicht: Aber das heißt nicht, daß man aufhören kann, wachsam zu sein. Je wachsamer man ist, desto mehr zwingt man die Reformkommunisten, ihren Weg weiter- zugehen. Je weniger wachsam man ist, desto mehr erleichtert man denen, die das alles als Täuschungsmanöver betreiben, ihr Spiel. Zum PCI meinte er: Wenn das ehrlich ist, was Berlinguer vertritt, dann hört er auf, ein Kommunist zu sein. Wenn er es bleiben will, dann wird er sich einer großen Täuschung schuldig machen, und jeder wird es erkennen. Diese Ansicht wurde zu seinem Stehsatz bei der Bewertung des „Eurokommunismus“. Kreisky an- erkannte Mitterrands Erfolge auf dem Weg zur Erlangung der Hegemonie in der französischen Linken, hielt den Ausgang des Ringens aber ebenfalls noch für offen und zweifelte an der Übertragbarkeit des Modells der union de la gauche auf Italien30. Anfang 1977 vertiefte er in einem „Spiegel“-Interview diesen für ihn so problematischen Aspekt der kommunistischen Hegemonie im linken La- ger Italiens: Dort gibt es eine große Kommunistische Partei und eine leider zuwenig be- deutsame sozialistische Gruppierung. Alles hängt von der Entwicklung der Kommunisten ab. Sie werden die führende politische Kraft auf der Linken bleiben. […] Italien ist ein Land, in dem die Arbeiterschaft, die links votiert, in ihrer Mehrheit von den Kommunisten vertreten wird. Und mir stellt sich die 30 Wachsam im Umgang mit Kommunisten. Eduard Neumaier und Rolf Zundel im Ge- spräch mit dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky, in: Die Zeit (6. Juli 1976),
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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