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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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222 Maximilian Graf schluss ein48. Im bilateralen Rahmen besaßen Bozen und Innsbruck angeblich ein De-facto-Vetorecht in allen Belangen der österreichisch-italienischen Beziehun- gen49 und auch in Rahmen der Parteibeziehungen verließ sich Kreisky auf den Rat der Tiroler SPÖ. Er leitete das Schreiben Craxis an den dortigen Partei- vorsitzenden Herbert Salcher weiter und ersuchte um Rücksprache. Dieser berichtete, dass der PSI im letzten Jahr seine Bemühungen um Südtiroler Mitglieder wesentlich verstärkt und zu diesem Zweck einen deutschsprachigen hauptamtlichen Parteisekretär eingestellt habe. Infolge der verstärkten Aktivität des PSI war es auch zu intensiveren Kontakten mit SPD und SPÖ gekommen bei denen man übereinkam sich in Hinkunft zur Beratung gemeinsamer, insbesondere die Alpenre- gion betreffender Fragen, öfter als bisher zu treffen. Der PSI hatte die Kontakte zur SPD dann aber medial hochgespielt weshalb Salcher die Ansicht vertrat, die- ser wolle sich bei den nächsten Landtagswahlen in Südtirol auch für die Südtiroler Arbeiterschaft als sozialistische Alternative profilieren. Unvermeidlich hatte dies zu Spannungen mit SPS und SFP geführt. Insbesondere die SPS befürchtete durch allzu große Publizität solcher Kontakte mit einer italienischen Partei Nachteile, zum einen da der Eindruck entstehen könnte, eine eigenständige deutschspra- chige sozialistische Partei in Südtirol sei überflüssig; zum anderen weil dadurch das Argument der SVP, sie sei die einzig legitime Vertretung der Südtiroler und habe auch für demokratische Sozialisten in ihren Reihen Platz, einen Stimmenverlust nach rechts zur Folge haben könnte50. Vor diesem Hintergrund bejahte Salcher zwar die Notwendigkeit von Kontakten mit dem PSI wollte diese aber im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Parteien in der Alpenregion realisiert sehen, der auch PSI und PSDI angehörten. Seiner Ansicht nach waren einer Besprechung mit dem PSI daher sowohl der PSDI, als auch die Südtiroler Parteien SPS und SFP beizuziehen. Im Fall einer Teilnahme der SPD war ein SI-Rahmen für das 48 Dazu ausführlich: Günther Pallaver, Soziale Konflikte als parteipolitische Innova- tion. Bruno Kreisky und die Südtiroler Sozialdemokratie, in: Bruno Kreisky und die Süd- tirolfrage. Akten des Internationalen Kolloquiums aus Anlass seines 25-jährigen Todesta- ges. Bozen, 12. Juni 2015, hrsg. von Gustav Pfeifer, Maria Steiner (Bozen 2016) 95–122, hier: 106–121. 49 Gehler, Kreisky 192. 50 Salcher an Kreisky, 19. Jänner 1978, Kreisky Archiv, Prominentenkorrespondenz, Box 13.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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