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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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225 Bruno Kreisky und die italienische Linke – ein Forschungsdesiderat Erwägungen limitierte Ergebnisse, deren Dauerhaftigkeit von den Vorteilen abhängen wird, welche die eine wie die andere Seite aus den Absprachen zu ziehen vermag.57 Kreiskys Skepsis gegenüber dem PCI bestand fort, nun dachte er aber erst- mals offen über eventuelle Rückwirkungen auf den PSI nach. Vor dem Hin- tergrund der Nachrüstungsdebatte58 vertrat er in einem Interview mit der Zeitschrift „L’Europeo“ Anfang 1980 die Ansicht, dass die Haltung des PCI in dieser Debatte auch das Schicksal von Berlinguers Eurokommunismus entscheiden werde. Kreisky zeigte sich davon überzeugt, daß es unter den Kommunisten solche gibt, die ehrlich vom Wert der eurokommunistischen Linie überzeugt sind, während andere nur schweren Herzens und widerwillig mitgetan hätten. Seine Prognose lautete: Wenn die Kommunisten, wie ich es glaube, zur alten intransigenten Politik zurückkehren und sich wieder an Moskau annähern werden, dann wird das zu einer Spaltung der beiden Seelen der KPI führen und eine Spaltung dieser Art wird für die Sozialisten von Vorteil sein. Es ist ein langsamer Prozeß. In diesem Interview hatte Kreisky eine Begegnung mit dem italienischen Ministerpräsidenten Cossiga angeregt, was dieser positiv aufnahm. Aufgrund der sich abzeichnende[n] Kri- se des Minderheitenkabinetts Cossiga, dem der PSI die Unterstützung entzog, hat- te Kreisky dann jedoch die Weisung erteilt, die von ihm angeregte Begegnung nicht initiativ weiter zu verfolgen. Das im April 1980 gebildete Kabinett Cossiga II aus DC, PSI und Republikanern konnte sich aus Sicht des österreichischen Außenministeriums jedoch auf eine klare Mehrheit im Parlament stützen, weshalb man eine für italienische Verhältnisse größere Dauerhaftigkeit erwartete. Darum schlug der Ballhausplatz dem Bundeskanzler vor, im Wege der Botschaft Rom der italienischen Seite das österreichische Interesse an einer Realisierung der angereg- ten Begegnung zum Ausdruck zu bringen. Eine Entscheidung Kreiskys ist am Akt nicht dokumentiert59; Cossiga hielt nur bis Oktober durch. 57 Maximilian Pammer an BM Pahr, Rom, 24. September 1979, Zl. 11-Pol/79, Kreisky Ar- chiv, Prominentenkorrespondenz, Box 13. 58 Zweiter Kalter Krieg und Friedensbewegung. Der NATO-Doppelbeschluss in deutsch-deutscher und internationaler Perspektive, hrsg. von Philipp Gassert, Tim Geiger, Hermann Wentker (München 2011). 59 Frage einer Begegnung des Herrn Bundeskanzlers mit Ministerpräsident Cossiga. In- formation für den Herrn Bundesminister, gezeichnet Staffelmayr, Wien, 23. April 1980 (lag Kreisky vor), Kreisky Archiv, VII.1 Länderboxen, Italien.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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