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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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246 Gianvito Galasso dischen und norwegischen EU-Beitrittsvertrags diskutiert und gebilligt wur- de. Referent des Gesetzentwurfs war der Senator Claudio Petruccioli von der PDS, der zunächst wie seine Kollegen das große Maß an Wohlstand und so- zialer Sicherheit der vier Kandidatenländer betonte und anschließend den Beitrag hervorhob, den diese Länder als Mitglieder der EG-Institutionen zum Weltfrieden leisten könnten: Es sind traditionsreiche und tiefverwurzelte Demokratien mit einem großen kulturellen Erbe. Es handelt sich um Länder, die zwar in den vorangegange- nen Jahrzehnten auf weltweiter Ebene anders positioniert waren, aber alle- samt ihre Initiativen und Präsenz auf der internationalen Bühne an den Wer- ten von Frieden und Zusammenarbeit orientiert haben. Ihr Beitritt bedeutet für die Union also nicht nur einen quantitativen Zuwachs, sondern auch eine außergewöhnliche qualitative Bereicherung in allen Bereichen.24 Die Senatoren der SVP begrüßten den österreichischen Beitritt zur Europäi- schen Union mit großer Zufriedenheit. Angesichts der historischen, kultu- rellen und sprachlichen Verbundenheit der Bevölkerung Südtirols und Ös- terreichs unterstützten sie die Überwindung der durch die Grenzziehung zwischen Italien und Österreich erfolgten Trennung. Rino Serri, Senator der PRC, machte die Zustimmung seiner Fraktion von mit zwei Forderungen abhängig – eine Überarbeitung des Vertrags von Maastricht, um dem Euro- päischen Parlament und der Kommission mehr Kompetenzen einzuräumen, und die Bemühung der italienischen Regierung um eine Beschleunigung des Beitrittsprozesses mit Slowenien25. Letzteres forderte auch Diodato Bratina von der PDS, mit dem Ziel, auch an der östlichen Grenze Schwierigkeiten und Konflikte wie in der Vergangenheit zu vermeiden. Der österreichische EU-Beitritt stellte in der Tat eine Art kulturelle und zivile Restaurierung eines wichtigen Teils Europas dar. Er bot neue Perspektiven und stellte zugleich jene Reisefreiheit zwischen den Staaten ohne Passkontrollen wieder her, die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges Normalität war. 24 Atti Parlamentari, Senato della Repubblica, XII. Legislaturperiode, 75. Sitzung, Ver- sammlung, stenografischer Bericht, 3. November 1994, 75. (Übers. d. Verf.) 25 Atti Parlamentari, Senato della Repubblica, XII. Legislaturperiode, 75. Sitzung, Ver- sammlung, stenografischer Bericht, 3. November 1994, 77 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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